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Landschaften und Städte

Massada

Symbol jüdischer Freiheit

Massada ist ein Felsen, der in erhabener Einsamkeit aus der Judäischen Wüste emporragt. Auf dem Westufer des Toten Meeres, der tiefsten und einer der verlassensten Regionen der Erde gelegen, stellt Massada einen Ort von eindrucksvoller, majestätischer Schönheit dar. Masada war zugleich auch der Schauplatz einer der dramatischen Episoden in der Geschichte. Vor 19 Jahrhunderten beschloß eine Gruppe von Freiheitskämpfern, die sich auf diesem öden Hochplateau gegen die Macht des alten Rom verschanzt hatten, lieber sich selbst zu töten, als sich dem Joch fremder Unterdrückung zu unterwerfen.

Letzter Widerstand

Der Gipfel war im ersten Jahrhundert vor christlicher Zeitrechnung von König Herodes dem Großen zu einer Festung ausgebaut worden. Er ließ am Rande des Hochplateaus eine Mauer errichten, sowie Wehrtürme, Vorratshauser, große Zisternen zur Wasserversorgung, Kasernen und einen prächtigen Palast bauen. Masada diente Herodes als persönliche Zitadelle; als Zufluchtsstätte für den Fall, daß seine Untertanen ihn absetzten, und als Hort vor seiner Feindin Kleopatra, die -wie berichtet wird-oft gegenüber Marcus Antonius ihren Wunsch äußerte, das Königreich Ägypten bis nach Judäa auszudehnen. Doch nun harrte hier eine kleine Gruppe jüdischer Kämpfer mit ihren Familien aus, zu denen noch die letzten verzweifelten Überlebenden des Falles der Stadt Jerusalem hinzukamen. Sie zählten weniger als tausend Seelen, und sie faßten den gemeinsamen Beschluß, den Kampf gegen die römische Unterdrückung fortzusetzen.

Zwei Jahre blieben sie in Masada unangefochten. Doch dann führte im Jahre 72 der römische Gouverneur Flavius Silva die 15.000 Mann starke 10.romische Legion heran, die am Fuße der unzugänglichen Felsenfestung ihr Lager aufschlug und mit der Belagerung der auf dem Hochplateau ausharrenden Verteidiger begann. Rund um die dem Untergang geweihte Festung wurde eine Belagerungsmauer gezogen. Ferner wurde eine gewaltige Rampe aus Felsbrocken und Erde errichtet. Der Historiker Josephus Flavius hat uns die Geschichte, wie die Verteidiger diese Vorbereitungen für den letzten Ansturm beobachteten, überliefert-sie beruht auf den Berichten von zwei Überlebenden.

Als der Anführer der Verteidiger Eleazar ben-Ya'ir, erkannte, daß das Ende nahe war, als die letzten Verteidigungswerke niedergebrannt waren, forderte er seine Gefolgsleute auf, der Sache treu zu bleiben, für die sie so lange und so tapfer gekämpft hatten. "Laßt uns lieber sterben'', rief er aus, ''als von unseren Feinden zu Sklaven gemacht zu werden, laßt uns von dieser Welt in Freiheit scheiden!'' Die Männer umarmten ihre Frauen und Kinder und legten das Schwert an sie. Sodann wurden Lose gezogen und so die zehn Männer gewählt, um ihren Kameraden das Leben zu nehmen. Zuletzt steckte der letzte überlebende Kämpfer den Palast in Brand und warf sich in sein Schwert. Neunhundertundsechzig Männer, Frauen und Kinder starben von eigener Hand.

Die Verteidiger hatten reiche Vorräte an Lebensmitteln und Wasser unberührt gelassen, damit den Römern klar werde, daß sie den Tod der Versklavung vorgezogen hatten.

Die Botschaft von Massada

Viele Generationen hindurch wurde die Geschichte von Massada als eine halb legendäre Erzählung betrachtet. Im Jahre 1963 wurde Massada von einer großen internationalen Expedition unter der Leitung von Prof. Yigael Yadin ausgegraben. Die zweijährigen Grabungsarbeiten forderten die "Legende" ans Licht der Geschichte und enthüllten bis dahin unbekannte Einzelheiten.

Masada wurde zu einem Symbol der Entschlossenheit eines Volkes, in seinem eigenen Lande frei zu sein. Nach zweitausend Jahren bleibt das Opfer Eleazar ben-Ya'irs und seiner Kameraden für die jüdische Nation heute genau so wichtig wie sie es in jener vergangenen Zeit war.

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