Die Altstadt von Jerusalem ist eine der ältesten ununterbrochen bewohnten Städte in der Welt. Archäologen schätzen ihr Alter auf mehr als 4 500 Jahre. Das Gebiet zwischen den Altstadtmauern umfaßt rund einen Quadratkilometer. Die Mauern wurden von Suleiman dem Großen im 16. Jahrhundert gebaut und folgen in etwa dem Verlauf der Mauern, die die Römer im zweiten Jahrhundert um Jerusalem errichtet hatten.
Heute liegen die Mauern in ihrer ganzen Höhe und Pracht frei, nachdem der Schutt von Jahrhunderten abgetragen wurde. Ein "Wallgehweg" wurde verlegt, der eine einzigartige Ansicht Jerusalems und seiner Umgebung bietet. Der "grüne Gürtel" um die Mauern besteht aus blühenden Cärten und Promenaden wie auch aus Archäologieparks.
Acht Tore sind in die Stadtmauern eingebaut; sieben von ihnen sind offen, während eines verschlossen bleibt. Die vier Haupttore: Jaffator, Damaskustor, Löwentor und Zionstor, wurden nach den vier Himmelsrichtungen gebaut und führten zu den wichtigsten Städten des Landes. Das Jaffator trägt die Inschrift des Sultans Suleiman, der seinen Bau im Jahre 1538139 (dem Jahr 945 moslemischer Zeitrechnung) anordnete.
Das Jaffator ist das bekannteste und belebteste der Tore Jerusalems. Es weist
nach Westen, in die Richtung des Hafens von Jaffa. Das
Neue Tor, dem Norden zugewandt, ist im wesentlichen eine Bresche in der
Mauer, die im Jahre 1887 geschlagen wurde, um direkten Zugang zum christlichen
Viertel zu| gewähren. |
Das Neue Tor, dem Norden zugewandt, ist im wesentlichen eine Bresche in der Mauer, die im Jahre 1887 geschlagen wurde, um direkten Zugang zum christlichen Viertel zu| gewähren |
Das Damaskustor ist der Haupteingang zum moslemischen Viertel.
Sein schmaler Eingang mit der Holzbrücke wurde durch einen amphitheaterartigen
Vorplatz und eine massive steinerne Brücke ersetzt. Das Tor weist
nach Norden, in die Richtung von Nablus (Schchem) und weiter Damaskus in
Synen. |
Das Herodestor, ebenfalls in nördlicher Richtung gebaut,
wird wegen der in seine Fassade gemeißelten Blumenmuster auch das
Blumentor genannt. |
Das Löwentor, auf beiden Seiten des Torbogens mit Löwenwappen
verziert, wurde, wie aus seiner Inschrift hervorgeht, von den Osmanen im
Jahre 1538/9 (945 nach moslemischem Kalender) restauriert. Es ist auch
als das Stephanstor bekannt. Das Tor zeigt nach Osten, in die Richtung
von Jericho. |
Das Goldene Tor, ebenfalls dem Osten zugewandt, heißt
auf Hebräisch und Arabisch das "Tor der Barmherzigkeit".
Nach jüdischer Überlieferung ist dies das Tor, durch das der
Messias nach Jerusalem einziehen wird. Um den Einzug des Messias zu verhindern,
haben die Araber das Tor vor mehreren Jahrhunderten zugemauert.
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Das nach Süden weisende Misttor, eher "Hintertür"
als monumentale Pforte, ist der der Westmauer ("Klagemauer")
am nächsten gelegene Eingang zur Altstadt. |
Das Zions oder Davidstor steht auf dem Zionsberg. Es wurde
für den Sultan Suleiman an einer Stelle gebaut, an der später
auch Wälle aus der Hasmonäerzeit und der heriodianischen Periode
entdeckt worden sind. Dieses Tor ist in südlicher Richtung Hebron
zugewandt. |
| Die Römer bauten Jerusalem wieder auf, nachdem sie es dem Erdboden gleichgemacht hatten. Dabei bauten sie zwei Hauptdurchgangsstraßen in nordsüdlicher und in ostwestlicher Richtung, wodurch vier Stadtteile entstanden sind, heute das jüdische, das moslemische, das christliche und das armenische Viertel der Altstadt. Trotz ihrer Namen waren die Viertel nie homogen. Immer lebten Gruppen von Juden, Moslems und Christen in jeweils anderen Vierteln, und die heiligen Stätten aller drei Religionen sind über die ganze Altstadt verstreut. Unter israelischer Kontrolle wurde keine Mühe gescheut, um das physische wie das geistige Erbe der Altstadt lebendig zu halten und die materiellen Überbleibsel aus seiner Vergangengenheit zu bewahren. | |
Das jüdische Viertel, während der jordanischen Besatzung (1948-1967) fast vollständig zerstört, wurde wiederaufgebaut. Die vor fast 400 Jahren gebaute Churwa Synagoge war bis 1948 ein Wahrzeichen des Viertels; heute erinnert an sie und ihre Stätte ein einziger Gedenkbogen. |
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Heute erstreckt sich vor der Westmauer, dem einzigen verbliebenen Teil des Komplexes
des Zweiten Tempels, ein neuer, attraktiv gestalteter Vorplatz, der Tausenden
von Gläubigen gestattet, hier zusammenzukommen.
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Im Marktbereich des moslemischen Viertels der Altstadt mit seinem besonderen
architektonischen Reiz wurden die Fassaden gesäubert und ausgebessert,
Fensterläden, Schaufenster und andere Ausstattungsteile erneuert,
die verfallende Überdachung der Hauptgasse des Marktes durch Holz
und Kupfer ersetzt, Gassen neu gepflastert und eine moderne Infrastruktur
geschaffen. |
Neues Pflaster ziert die Via Dolorosa; die Anordnung der Steinplatten gibt Hinweise
auf die Stationen des Kreuzweges. Hier und da sind alte Platten mit neuem
Jerusalem Stein durchsetzt und lassen christlichen Pilgern eine bewegende
Erfahrung zuteil werden.
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Die Grabeskirche, 1883 durch einen Brand und 1926 durch ein Erdbeben beschädigt,
wurde neulich durch gemeinsame Bemühungen der drei größten
in ihr vertretenen Kirchen restauriert.
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Heute ist die Altstadt von Jerusalem eine einzigartige Synthese von Alt und Neu: nicht nur ein Fallbeispiel der Geschichte, sondern auch das Zuhause vieler Menschen und ein geschäftiger Handelsplatz.
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