Tourismus in Israel

Landschaften und Städte

Lebendiges Jerusalem

So spricht der HERR:
Ich kehre wieder auf den Zion zurück,
und will zu Jerusalem wohnen.
Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen.
Und die Plätze Jerusalems sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.
(Sacharja 8, 3-5)

Jerusalem ist ein Mosaik von Kulturen und Nationalitäten, von Völkern und Vierteln, von Alt und Neu. Es ist eine Verbindung von Kontrasten von einzigartigem Charakter.

Jerusalem ist der Sitz des Präsidenten Israels, der Knesset (Israels Parlament), des Obersten Gerichtshofs, der Ministerien und des Oberrabbinats. Hier befinden sich auch das Israel-Museum, die Nationalbibliothek und Jad Waschem, die israelische Stätte zum Gedenken an den Holocaust. Die Geschichte des modernen Jerusalems begann mit dem Bau von Mischkenot Scha'ananim (1860), dem ersten Viertel außerhalb der schützenden, aber auch einengenden Stadtmauern. Mischkenot Scha'ananim wurde von Menschen gebaut, die den beengten Wohnverhältnissen im übervölkerten jüdischen Viertel entfliehen wollten. Fünfzig Jahre später lebten in 17 Vierteln außerhalb der Altstadt doppelt so viele Menschen wie innerhalb der Mauern.
Um das Jerusalem innerhalb der Mauern ist ein modernes Jerusalem entstanden. Die Stadt, eine geschäftige Metropole mit einer Bevölkerung von fast einer halben Million Einwohner, erstreckt sich über mehr als 100 Quadratkilometer von Hügeln und Tälern. Das Jerusalem des 19. und 20. Jahrhunderts ist von dem Konzept seiner Viertel geprägt - eine Erscheinung, die in den vier Vierteln der Altstadt ihren Ursprung hat. In der "Neustadt" siedelten Angehörige verschiedener ethnische Gruppen zusammen und schufen auf diese Weise die ersten Viertel. Später wählten Menschen mit gemeinsamer Weltanschauung gemeinsame Viertel. Dann wurden Einwanderungswellen aus bestimmten Ländern und Regionen der Hauptbestimmungsfaktor für die Zusammensetzung der Bevölkerung neuer Viertel.

Die Ausdehnung Jerusalems« heute der größten Stadt Israels. hat die traditionelle Homogenität seiner Wohnviertel verwischt. Dennoch bewahren die meisten von ihnen noch immer zumindest einige der charakteristischen Merkmalen die sie zu Beginn prägten.

Wegen der Bedeutung Jerusalems für die ganze Welt gründete Bürgermeister Teddy Kollek im Jahre 1968 das Jerusalem-Komitee, das über Entwicklungspläne der Stadt berät. Das Komitee, dem rund 70 bekannte Architekten, Städteplaner, Historiker und Philosophen aus vielen Ländern angehören, tritt alle zwei Jahre in Jerusalem zusammen und dient als in internationaler Beirat für Fragen er Restaurierung und Entwicklung der Stadt sowie der Erhaltung ihres besonderen Charakters und einzigartigen pluralistischen Erbes.

Jerusalems Entwicklungselan seit der Wiedervereinigung im Jahre 1967 hat fast jeden Bereich des städtischen Lebens erfaßt. Mehrere neue Vororte entstanden an der Peripherie der Stadt; zahlreiche Hotels wurden gebaut; eine Anzahl von Industriezonen wurde entwickelt, Wohnviertel wurden saniert; Dutzende von öffentlichen Parks wurden gepflanzt, Synagogen, Kirchen und Moscheen wurden restauriert und neue gebaut.

Parallel zu der materiellen Entwicklung wurden in Jerusalem die kulturellen Einrichtungen und Aktivitäten erweitert. Die Stadt wurde Gastgeber internationaler Kulturfestivals und Wissenschaftskongresse. Das jährlich stattfindende Israel Festival mit Tanz , Theater und Musikdarbietungen israelischer und ausländischer Künstler und Ensembles, die zweijährliche Internationale Jerusalemer Buchmesse und andere Festivals für Film, Puppentheater und chorale Musik ziehen große Gästescharen in Israels Hauptstadt an. Jerusalem dessen Name laut Überlieferung von den hebräischen Wörtern "Ir", Stadt, und "Schalom", Frieden, abgeleitet ist, verkörpert die Hoffnung, die im höchsten Ziel der Menschheit zum Ausdruck kommt: Frieden zwischen allen Menschen. Die Freiheit des Gebets, die Juden, Moslems und Christen an ihren nahe beieinander liegenden heiligen Stätten genießen, und der tägliche Kontakt zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen der Stadt, von denen jede auf eine lange Kulturtradition zurückblickt, können der ganzen Region als Beispiel für Frieden und Koexistenz dienen.
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