Tourismus in Israel

Landschaften und Städte

Jerusalem

Die heilige Stadt

Freuet euch mit Jerusalem,
und seid fröhlich über die Stadt,
alle, die ihr sie liebhabt!
Freuet euch mit ihr,
alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.
Denn so spricht der HERR:
Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom
und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach.
(Jesaja 66,10-12)

Durch Religion und Überlieferung, durch Geschichte und Theologie, durch heilige Stätten und Stätten des Gebets geheiligt, ist Jerusalem eine Stadt, die von Juden, Christen und Moslems verehrt wird. In Jerusalem spiegeln sich der Glaube und die Frömmigkeit der drei großen monotheistischen Religionen wider, von denen jede mit Jerusalem durch Verehrung und Liebe verbunden ist.

Die jüdische Bindung zu Jerusalem war nie unterbrochen. Seit drei Jahrtausenden ist Jerusalem das Zentrum des jüdischen Glaubens und hat seinen Symbolwert von Generation zu Generation behalten. Die zahlreichen Juden, die nach der römischen Eroberung ins Exil getrieben und in der ganzen Welt zerstreut wurden, haben Jerusalem nie vergessen. Jahr für Jahr wiederholten sie: 'Nächstes Jahr in Jerusalem'. Jerusalem wurde das Sinnbild des Begehrens von Juden, wo immer sie auch lebten, in ihr Land zurückzukehren. Es wurde von Propheten angerufen, in das tägliche Gebet aufgenommen und von hebräischen Dichtern in fernen Ländern besungen. Der Berg Moria, auf dem einst der Tempel stand, die Westmauer, das einzige Überbleibsel des Tempels, seit neunzehn Jahrhunderten Mittelpunkt des Gebets und der Sehnsucht der Juden, das Grab Davids auf dem Zionsberg und der alte Friedhof auf dem Ölberg, auf dem Juden seit Jahrhunderten bestattet werden - alle sind sie unlöschbar in das jüdische Bewußtsein eingeprägt. Hunderte von Synagogen, die mit den verschiedenen Strömungen im Judentum und den verschiedenen Landsmannschaften, von Tunesien bis Afghanistan, von Warschau bis New York verbunden sind, dienen der jüdischen Bevölkerung Jerusalems.

Für Christen ist Jerusalem der Ort, wo Jesus lebte und predigte, gestorben und auferstanden ist. Wenngleich die Kirche eher das himmlische als das irdische Jerusalem betont, ziehen Orte, die das Neue Testament als die Stätten von Jesu Wirken und Leiden nennt, seit Jahrhunderten Pilger und Gläubige an. Zu diesen Stätten gehören die Grabeskirche, der Garten Gethsemane, die Stätte des Abendmahls und die Via Dolorosa mit den vierzehn Stationen des Kreuzweges. Die Verwaltungsrechte der verschiedenen christlichen Kirchen an den christlichen Heiligen Stätten wurden im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts geregelt, als Jerusalem Teil des Osmanischen Reiches war. Als die Status-quo-Regelung für die christlichen heiligen Stätten in Jerusalem" bekannt, blieben diese Rechte während des britischen Mandats in Kraft und gelten bis heute in Israel fort. Zur christlichen Gemeinschaft in Jerusalem gehören die orthodoxe und die römisch-katholische Kirche sowie monophysitische, unierte und protestantische Kirchen. Von Angehörigen der armenischen Gemeinde abgesehen, die größtenteils von Flüchtlingen stammen, die in den zwanziger Jahren aus der Türkei kamen, sind die Christen in Jerusalem in überwältigender Mehrheit Nachfahren der alten christlichen Gemeinden der byzantinischen Periode.

Laut der Lehre des Islam wurde der Prophet Mohammed durch ein Wunder von Mekka nach Jerusalem versetzt, von wo aus er zum Himmel hinaufstieg. Der Felsendom und die Al-Aksa Moschee ("die Ferne"), beide im siebten Jahrhundert gebaut, setzten Jerusalem endgültig mit dem "fernen Ort" gleich, von dem im Koran die Rede ist, und machten sie damit zu einem heiligen Ort nach Mekka und Medina. Literatur mit Lobpreisungen der Tugenden Jerusalems - der Fadha'il al Kuds - erlebte in der moslemischen Welt eine Blüte.

Jerusalems erste Begegnung mit dem Islam - im siebten Jahrhundert - war zugleich die erste Begegnung mit den Arabern, Aposteln des Islam, die unter seinem Banner ein Riesenreich errichteten. Die meisten der heute in Jerusalem lebenden Moslems sind Sunniten.


Religionsfreiheit und Schutz aller heiligen Stätten sind in Israels Unabhängigkeitserklärung verankert. Die heiligen Stätten werden von den jeweiligen religiösen Gemeinschaften verwaltet, und freier Zugang zu ihnen wird durch Gesetz gewährleistet.

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