Tourismus in Israel

Landschaften und Städte

Galiläa

Das Galiläa unterscheidet sich beträchtlich vom übrigen Israel. Es ist ein Gebiet voller Wasser, Quellen, und Wäldern. Die Berge teilen sich auf in Unter- und Ober-Galiläa. Der obere Teil hatte höhere Berge und Schluchten, während der untere Teil flacher ist, mit Landwirtschaft. Hier ersetzten Oliven-Haine die Wälder und pittoreske Dörfer kleben an den Hängen.

Die östliche Grenze Galiläas ist das Jordan-Tal. An dessen Anfang ist das Hule-Gebiet, wo sich dann der Jordan bildet. Das Hula-Tal ist am Fusse vom Hermon-Gebirge, welches meist eine winterliche Landschaft bietet.

Im Süden des Hula-Tals ist der See Genezareth, rund um das nördliche Ufer des Sees gibt es kleine Einschnitte, in denen sich jeweils eine Ortschaft befindet, Migdal, Caphernaum,

Beitsaida, Kursi usw. Das östliche Ufer bilden die Berge des Süd-Golan, und gegenüber ist die Stadt Tiberias. Tiberias ist eine der jüngsten Städte des Landes, erst in einigen Jahren wird sie 2000 Jahre alt! Ihre umliegenden Schwester-Städte sind um einiges älter. Hazor und Beit Shean haben die 5000 schon ueberschritten; trotzdem ist ausgerechnet Tiberias die Hauptstadt des Galiläas geworden.

Nicht wegen der KreuzfahrerPrinzessin, und nicht wegen Königin Berenice, der Geliebten von Titus, nicht wegen Donna Grazia, der Prinzessin von Spanien, welche hier eine jüdische Enklave gründen wollte. Tiberias wurde zur Hauptstadt wegen seiner Lage am See und wegen seiner heilkräftigen Quellen.

Wer das Galiläa besuchen will, soll hier im "jungen" Tiberias anfangen, der Stadt welche bald ihren 2000sten Geburtstag feiern wird!


Geschichte

Der Name "Galiläa" erscheint zum ersten Mal im 16.Jh. vor der Zeitrechnung.

Seine Besiedlung fing schon in der prähistorische Zeit an, aber die ersten Funde von Städten sind aus der Frühbronzezeit. Weitere Funde bestätigen eine Präsenz der Israeliten in 12 Jh. v.d.Z.. Im Jahre 732 v.d.Z. wurde das Galiläa von den Assyrern besetzt.

332 belagerte Alexander der Grosse die Stadt Tyrus; Akko und weitere umliegende Städte ergaben sich kampflos. Nach seinem Tode fiel das Gebiet in die Hände der ägyptischen Ptolomaeer. Dann kam es wieder zu den Syrern (200 v.d.Z.). Nach harten Kämpfen gelang es den Hashmonärn, im Jahre 104 v.d.Z., das Galiläa zu erobern.

Die Römer machten wieder eine eigene Provinz daraus. Nach dem Tode Herodes des Grossen, wurde das Königreich unter seinen Söhnen verteilt (04 v.d.Z.). Herodes Antipas wurde Herrscher über Galiläa. Dies war die Zeit des Lebens und Wirkens Jesus. Nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem wurde das Galiläa spirituelles Zentrum des Judentums.

Im Jahre 634 eroberten die Araber das Land und im Jahre 1099 kamen die Kreuzfahrer. Dann kamen die Mameluken und vertrieben die Kreuzfahrer.

Faher A Din im 17.Jh. und Daher El Omar im 18.Jh. nützten die Schwäche des ottomanischen Reiches aus und wurden zu unabhängigen Herrschern ueber Galiläa. Ihre Hauptstadt, Akko, wurde entsprechend befestigt und sogar Napoleon gelang es nicht, die ummauerte Stadt 1799 einzunehmen.

Es existierten immer jüdische Gemeinden in Akko, Safed und Peki'in.


Wasser

Der nördliche Teil des Landes bietet einen ganz ungewohnten Anblick, mit Flüssen, Wasserfällen und schattigen Wäldern.

Wir fahren am morgen los, Richtung Norden, nach Kiriat Schmone. Bei der Stadtverwaltung zweigen wir rechts ab und fahren auf dieser Strasse bis zum Naturschutzpark Tel Dan. Zuerst besuchen wir Beit Ushisskin, das lokale Museum.

Wir fahren weiter bis zum Parkplatz von Tel Dan. Von dort unternehmen wir eine Fusswanderung, durch schattige Wälder, an Flussgabelungen vorbei. Dann fahren wir weiter Richtung Golan-Höhe, zu den Banjas. Wer noch nicht genügend beeindruckt war von den Wassern des Dans, wird hier sicher auf seine Rechnung kommen und die größten Wasserfälle Israels genießen. Es gibt eine Einfahrt zum sudlichen Teil der Falle. oder aher, wer wandern will, begibt sich bis zur Quelle und macht eine Fusswanderung zu den Wasserfällen. Nun ist es nicht mehr weit zur Kreuzfahrerfestung, Kahalat Nimrod. Und wenn wir schon bis hierher gekommen sind, lohnt es sich, weiter zum Hermon zu fahren. Die meisten kennen den Hermon-Berg mit Schnee bedeckt, aber wenige wissen, wie schön er auch im Sommer ist. Im Frühling bedecken sich die Hänge mit farbigen Blumentoppichen, die Luft ist klar und rein und man kann die ganzen Golan-Höhen vor sich sehen. Die Seilbahn funktioniert auch im Sommer und erlauben es uns, diese einmalig alpine Gegend zu genießen.

Von hier fahren wir zurück nach Tiberias, unterwegs können wir noch bei der Dubrovin-Farm anhalten, um Forellen zu essen. Das Gebäude ist aus der Gründerzeit (es lohnt sich, vorher zu reservieren).


Obergaliläa

Das Obergalilaa ist die meistbesuchte Gegend von Israel Die zwei Naturschutz Gebiete Meron und Keziv-Fluss sind typische Beispiele. Viele Tiere haben hier Schutz gefunden, Wildschweine, Hirsche, Wölfe und Klippschleifer leben hier im Uberfluss. Im "Galiläischen Finger", einer Landschaft, welche wie ein Finger gegen Norden zeigt, gibt es viele Flüsschen, ein ungewöhnlicher Anblick in einem Land am Rande der Wüste.

Im Sommer ist dies der kühlste und angenehmste Ort in Israel und im Winter sind einige der Hügelspitzen sogar mit Schnee bedeckt. Im Frühling bedecken sich die Felder und Abhänge mit farbigen Blumenteppichen, soweit das Auge reicht.

Jüdische, drusische, muselmanische und christliche Dorfer ergeben ein menschliches Mosaik, wie man dies nur selten findet.

Die natürliche, geographische Grenze ist der Litani-Fluss, welcher die Berge des Libanon von Galiläa trennt. Im Osten ist es das Hula-Tal, sowie die Basalthügel von Korazim. Die südliche Grenze, das Beit Hakerem Tal, ist ganz deutlich auszumachen. Viele Besucher des Galiäas machen auch einen Abstecher in die Golan-Höhen und zum Hermon-Berg,

Die Golanhöhen haben eine ganz andere Formation als das Galiläa, sie bestehen fast nur aus Basaltmasse, welche hier vor tausenden von Jahren ausgeworfen wurde. Der Basalt tritt aus der Erdkruste in flüssiger Form aus, als Lava, und hat hier die engen Täler aufgefüllt, hiermit große Flächen kreierend, das Wahrzeichen der Golanhöhen. Das Gras und Unkraut welches hier wächst, ergibt ausgezeichnetes Futter für die Rinderherden, die hier grasen .


Untergaliläa

Seit Menschengedenken war das Untergaliläa immer ein Schauplatz von Kämpfen und Schicksalen. Barak und Deborah kämpften hier gegen Sissera, der Richter Gideon gegen die Midianiter. Nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem verlegten die Priester ihre Tätigkeit nach Galiläa, Der Flüchtlingsstrom wurde noch größer nach der Bar Kochba Revolte, als der römische Kaiser Hadrianus die Juden von Judäa auszurotten versuchte. In dieser Zeit wurde Galiläa das spirituelle Zentrum des Judentums in Israel.

Im Untergaliläa wuchs Jesus auf und die Landschaft hatte einen grossen Einfluss auf ihn und seine Verkundigung. Er wurde der "Nozri", nach der Stadt Nazareth, genannt und auf hebraisch heissen die Christen bis heute Nazarener (Nozrim).

Die Kreuzfahrer gründeten hier das Fürstentum Galilaa mit der Hauptstadt Tiberias. Hier an den "Hörnern von Hittim", wurde das Schicksal der Kreuzfahrer besiegelt, als sie im Kampf gegen Saladin am 4. Juli im Jahre 1187, besiegt wurden.

Von 1710 - 1750 gelang es dem Beduinenscheich Daher El Omar, sich das Galiläa einzuverleiben und Herrscher zu werden. Er gründete einen unabhängigen Staat mit Akko als Hauptstadt. Er baute viele Festungen im Untergaliläa, von denen einige bis heute erhalten sind.

Die Berge Untergaliläas sind relativ niedrig. Der Höchste erhebt sich 602 m über den Meeresspiegel. Der östliche Teil ist von Lava bedeckt und die Hänge sinken ab zum See Genezareth. Die Hügelkette Alonim-Shefaram ist von einem Wald aus Tabor-Eichen bedeckt. Im Winter und im Frühling blühen wilde Blumen soweit das Auge reicht.


Freizeit

Die Entwicklung des Tourismus im Galiläa hat zu einer Fülle von Angeboten für die Freizeitbeschäftigung geführt.

Wanderwege - Die Naturschutzparks bieten ein großes Angebot von Ausflugsmöglichkeiten für Wanderlustige. Es gibt auch ungewöhnliche Angebote, wie Jeep-Touren und Ausflüge auf Esels Rücken.

Vergangenheit - wer sich damit beschäftigen will, hat eine reiche Auswahl, Namen wie Tel Dan, Safed, Nazareth, Beit Shean, Kochav Hajarden usw., verführen zu Ausflügen, um diese Orte näher kennenzulernen.

Sport - ein moderner Sportkomplex wurde in Metulla errichtet, und auf dem See Genezareth kann man sämtliche Wassersportarten betreiben.Ski - das Galiläa ist der ideale Ausgangspunkt für Ski-Ausflüge zum Hermon - Gebirge . Schiffahrt - auf dem See gibt es Schiffe mit denen man den See überqueren kann. Ein leichter Wassersport, ist das rudern mit Kajaks. Wer auf Abenteuer aus ist, kann "rafting' betreiben, im oberen Jordan, wo die Strömungen sehr stark sind. Und zum Schluss noch eine Möglichkeit: sich auf aufgeblasenen Autoreifen den Dan und Hazbani-Fluss hinunter treiben zu lassen. Wasserparks - entlang dem Ufer des See Genezarets wurden Wasserparks eingerichtet mit verschiedenen Wasserrutschbahnen, Pedalos und Ruderbooten sowie großen Schwimmbädern. Dies erlaubt eine maximale Ausnützung der Vergnügungen, im und um den See Genezareth.

Thermalbäder - Hamat-Gader und die Thermalbäder von Tiberias sind seit Jahrhunderten für ihre Heilwirkungen bekannt.


Gastronomie

Die ländliche Umgebung reflektiert sich auch in den Eßgewohnheiten. Hier einige Vorschläge. Käse - Landwirte und Moshav Mitglieder stellen ihren eigenen Käse her, den sie an Ständen anbieten. Die Auswahl ist gross und jeder Käse hat einen eigenen Geschmack, je nach Geheimrezept des Herstellers.

Fische - Rund um den See Genezareth gibt es Fischrestaurants. welche die lokalen Fische anbieten. Besonders bekannt ist der St. Peters-Fisch und der Buri. Im eiskalten Wasser des Dan Flusses werden Forellen gezüchtet und angeboten.

Vegetarische Küche - Im Moshav Amirim und anderen Orten wird vegetarisch gekocht und die Mitglieder nehmen auch Touristen in ihren Familien auf.Drusische und arabische Küche - In den umliegenden Dörfern kann man in deren Restaurants die einheimische Küche geniessen, z.B. scharfe Salate, mit Olivenöl angemacht, säuerlicher Weißkäse, Hammel- und anderes Fleisch. Ein starker türkischer Kaffee mit Baklava (Honiggebäck) rundet die Mahlzeit ab.

Pubs - An einigen Orten haben Einheimische Gebäude aus der Gründerzeit in Pubs umgebaut, um damit eine Atmosphäre "wie früher" zu schaffen.

Essen im Kibbutz - viele Kibbutzim haben ihre Tore für Touristen geöffnet. Man kann mit den Mitgliedern das Mittagessen einnehmen und sich so für kurze Zeit, als "Kibbutznik" fühlen.

Lokale Weine - Im Galiläa und in den Golan-Höhen werden Weine hergestellt, welche sogar schon Auszeichnungen erhielten und im Kibbutz Amiad wird ein "Wein" aus der Kiwifrucht hergestellt.


Übernachtung

Im Galiläa gibt es die verschiedensten Möglichkeiten zu übernachten, sei es in einem einfaches Zimmer, oder aber im Luxushotel, je nach Budget. Hier einige Vorschläge.

Hotels - in Tiberias und im Galiläa finden sie Hotels jeder Preis - Kategorie. Diese bieten ihnen sämtliche Bequemlichkeiten. Einige haben eigene Programme für die Gäste: Vorträge, Vorstellungen, Folklore- und Disco Abende.

Gästehäuser - einige Kibbutzim im Galiläa: Kfar Blum, Ayelet Hashachar, Kfar Giladi usw., haben Gästehäuser eingerichtet, welche wie Hotels funktionieren, aber verbunden sind mit der speziellen Atmosphäre des Kibbutz. Auch diese bieten Ihnen eine Vielfalt von Unterhaltung an.

Privat-Zimmer - dies ist eine neue Entwicklung, Kibbutzim und Moshavim (Kollektiv-Dörfer) bieten Zimmer an. Die Einrichtungen sind unterschiedlich, aber die meisten haben eigene Toiletten und Duschen, Bettwäsche und einen Heisswasserkocher. Die Gäste im Kibbuz essen im gemeinsamen Speisesaal und im Moshav ist man mit der Familie.

Herbergen - in Tiberias und im Galiläa gibt es viele einfache Herbergen, geeignet vor allem für Jugendliche, Gruppen und Familien. Diese sind meist an einem zentralen Ort, mit guten Ausflugsmöglichkeiten, wie Tiberias, Rosh Pina, Safed, Tel Hai und Karei Deshe am See.

Camping - entlang dem See und im Galiläa gibt es Camping - Einrichtungen mit fließendem Wasser, Duschen und Toiletten. Man kann auch Bungalows oder Caravans mieten. Feldschulen - diese werden von der Naturschutz - Gesellschaft unterhalten und machen auch Ausflüge.

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