Blickpunkt Israel

                                                              

                                                                      Inhalt                        Juni - September 1999 (Kurzausgabe)

 

Israel Festival: ein strahlender kultureller Austausch

"FILM"

"Sea Horses" berührt die Herzen

Cinematheque startet erstes Dokumentarfilm-Festival  

"MUSIK"

Kammermusikfestival in Jerusalem

"THEATER"

Gesher Theater wieder unterwegs

"TANZ"

KCDC macht mit neuen Produktionen von sich Reden

SPOTLIGHT

NATUR IM FOTO: SHAI GINOTT IM PORTRTAIT

SHALOM - SALAAM

MONAT  DER ARABISCHEN KULTUR IM BEIT HAGEFEN

EVENTS

Preisgekrönte israelische Filme beim Jerusalem Film Festival

Chopin-Jubiläum

NEUE PRODUKTIONEN

Hanoch Levins "Requiem" im Cameri Theater

Clipa - alternatives Theater mit einem Hauch von Klasse

 

Israel Festival: ein strahlender kultureller Austausch

Während der Frühling dem Jerusalemer Sommer Platz machte und das Jahrtausend sich seinem Ende zuneigt, trafen sich Künstler aus aller Welt in einer Stadt, die durch die paradoxe Konfrontation von alt und neu gekennzeichnet ist. Obwohl das Israel Festival 1999 genau zwischen das große Jubiläumsjahr 1998 und die Ereignisse zum neuen Jahrtausend fiel, gab es doch sehr viel zu feiern.

In einem Tête-à-Tête der Musik, des Tanzes, des Theaters und der großen übergreifenden Produktionen schlossen sich traditionelle und progressive Künste zusammen. Die Eröffnungsveranstaltungen, die am 30. Mai begannen, wurden von Shalom Hanoch, einer Ikone der modernen israelischen Musikszene, geleitet. Nach einem Tribut an diesen einflußreichen Künstler, der immer noch ein wichtiges Symbol seiner Generation darstellt, wurde eine Show der Spanish National Dance Troup geboten, die alt und neu zu verbinden wußte. Die Truppe zeigte eine originelle Choreographie zu Prokofievs Romeo und Julia. Insgesamt dauerte das Festival bis zum 15. Juni.

Die Musikwelt feiert dieses Jahr den 150. Todestag von Frédéric Chopin. Zu Ehren des Komponisten aus dem 19. Jahrhundert stellte das polnische Andrzej Jagodinski Trio eine Synthese aus Chopin und Jazz vor. Passend dazu bot das amerikanische Uri Caine Ensemble eine ungewöhnliche, verjazzte Form von Mahler. Israel ehrte Chopin zudem mit drei Konzerten im Targ Music Center in Ein Karem.

Die Verbindung von alt und neu war ein Motiv, das das Israel Festival wie ein roter Faden durchzog, ein anderes war die Vereinigung von israelischer und internationaler Kultur. Hunderte von Künstlern aus zwanzig Ländern nahmen an den Veranstaltungen, die vor allem im Jerusalem Theater stattfanden, teil.

Jüdisches und israelisches Erbe war sehr präsent. So bot das Jerusalem Symphony Orchestra Betty Oliveros musikalische Werke in Ladino, neben Werken von Igor Stravinsky. Das Ra'anana Symphonette Orchestra zeigte "Children of God", eine Symphony des Komponisten Joseph Bardanashvili, gesungen unter anderem von den Solisten Etti Ankri und David De'or sowie einem Chor armenischer Mönche. Außerdem wurden zwei neue israelische Kammerwerke von Ron Weidberg und Daniel Shalit aufgeführt. Das charismatische interdisziplinäre Yad Harif Orchester präsentierte gemeinsam mit dem Komponisten und Dirigenten Roni Porat "A Fantasy for a Monkey and an Orchestra". In dieser auf Kafkas "Bericht an die Akademie" basierenden Drama-Musik-Produktion glänzt der Schauspieler Yehuda Almagor als Solodarsteller.

Mit einem festlichen Jazzabend feierten Musiker den hundertsten Geburtstag der bekannten Jazz-Größe Duke Ellington. Unter den international gepriesenen Darbietern war unter anderem der Harlem Boys Choir, der das Publikum in der ganzen Welt immer wieder mit Klassik, Soul, populärer amerikanischer Musik und Jazz in Staunen versetzt.

Aber nicht nur Musik, auch Theater hatte das Israel Festival zu bieten, so zum Beispiel das hoch gepriesene britische Stück "Our Country's Good". Zudem unterhielten Tanzdarbietungen von spanischen, kanadischen, französischen und israelischen Gruppen die Zuschauer. Eine besondere Produktion in diesem Rahmen war "Shazam!" von Philippe Decoufle, der hier Tanz, Akrobatik und Videotechnik miteinander verband.

Zu den neuen Darbietungen, die das diesjährige Festival auszeichneten, gehörten die Aufführungen von vier Outdoor-Theatergruppen: Clipa, Tav-Gruppe, Jacky Bachar und Ran Slavin. Zudem war das fünfte International Poets Festival, das zweijährlich in Mishkenot Shaananim stattfindet, erstmals Teil des Israel Festivals. In diesem Rahmen stellten führende israelische Dichter wie Natan Zach und Yehuda Amichai ihre Werke vor.

Die israelische Tanzwelt startete zu einer neuen Saison internationaler Darbietungen durch. Prominente Tänzer wie Rina Schenfeld und Barak Marshall knüpften an die Erfolge der 1998er Tanzereignisse Suzanne Dellal / Israel Festival an. In diesem Jahr zeigte jeder teilnehmende Choreograph kurze Solowerke. Zu den Teilnehmern gehörten auch Sharon Eyal, Yossi Yungman und Rami Levi. Aufgrund der großen Nachfrage war Michael Flatleys "Lord of the Dance" erneut zu sehen.

Die "City of Gold", Jerusalem, erstrahlte mit einem Israel Festival, für das sich auch eine weite Anreise lohnte.

"FILM"

"Sea Horses" berührt die Herzen

Der kurze, schwermütige, aber süße Film "Sea Horses" hat in der Sparte Studentenfilme die Herzen des Publikums erobert. Er erzählt die schmerzliche Geschichte des kleinen Jungen Noam und seiner beiden Schwestern, die einem plötzlichen Wendepunkt in ihrem Leben gegenüberstehen, als ihre Eltern beschließen sich zu trennen. Mit der probeweisen Trennung der Familie verlagern sich ihre Rollen subtil, ihre Einstellungen verändern sich wesentlich. Der Film beginnt die Erzählung an dem Punkt, an dem Noam anfängt zu begreifen, daß die Welt nicht mehr dieselbe ist und daß ihm nichts anderes übrig bleibt, als zu lernen damit umzugehen. Obwohl seine Familie zerbrochen ist, wird der Junge durch die Erfahrung auch stärker. Dies macht die Verletzungen ein wenig wett.

Die gefühlvolle Regiearbeit von Nir Bergmann, der mit "Sea Horses" sein Studium an der Sam Spiegel Film- und Fernsehschule abschließt, hat dem Film zahlreiche Preise eingebracht. Für sein Drehbuch wurde der Film beim Haifa Film Festival 1998 ausgezeichnet, beim International Student Film Festival 1998 erhielt er den zweiten Preis. Auch im Ausland ist die Reaktion auf den Film durchweg positiv. Beim Larissa International New Film Festival 1999 erhielt "Sea Horses" den Greek Director's Society Award, beim Lodz International Film Festival 1998 wurde er mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Zu sehen war der Film zudem bei Filmfestivals in Hongkong, Krakau und Barcelona. Auch beim deutschen Publikum kommt "Sea Horses" gut an. Beim Internationalen Festival der Filmhochschulen in München wurde er gleich zweifach prämiert. Gemeinsam mit "The other Creek" und "Striptease" brachte "Sea Horses" der Sam Spiegel Film- und Fernsehschule dort den Preis für das interessanteste Schulprogramm ein. Demnächst ist Bergmans Film in Potsdam, Taiwan und bei der Oscarverleihung für Studenten in Los Angeles zu sehen.

Cinematheque startet erstes Dokumentarfilm-Festival  

Dokumentarfilme scheinen oft von den glamouröseren Spielfilmen verdrängt zu werden, selten stehen sie im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. Um den Dokumentarfilmen zu mehr Gewicht zu verhelfen, veranstaltete die Tel Aviv Cinemathéque ihr erstes Dokumentarfilm-Festival, mit dem sie ihrem reichen Programm an Filmereignissen noch ein weiteres vielversprechendes hinzufügte.

Das Tel Aviver Publikum, das vom 3. bis zum 7. April in die Cinemathéque strömte, war von DocAviv 1999, dem International Documentary Festival, beeindruckt. Auf der israelischen Seite war die Regisseurin Ziva Postak die Gewinnerin des Abends. Ihre introspektive Arbeit "Stars" wurde sowohl als bester israelischer Film als auch für die beste Regie geehrt. Die Dokumentation handelt von einem Filmteam und dessen Beziehung zu den Bewohnern eines Heims für geistig Behinderte in Herzliya. Durch den Brennpunkt des Films auf die winzigen Details der täglichen Routine der Patienten ist es möglich, den "Wachstumsprozeß" der Heimbewohner und derer, die sie filmen, wahrzunehmen.  "Während ich 'Stars' produzierte, lernte ich die versteckte Welt kennen, für deren Verstecktsein es eigentlich keinen Grund gibt," sagt Postak und fügt hinzu, "Es ist die Gesellschaft, die dafür sorgt, das sie versteckt ist."

Den International Film Award erhielt der Film "Chile, Obstinate Memory" unter der Regie von Patricio Guzman. Der Dokumentarfilm hat traumatische Erinnerungen zum Thema und zeigt die gleichen Personen und Orte, die bereits in Guzmans vorherigem Werk "The Battle for Chile" zu sehen waren. Letzteres war während Pinochets Regierungszeit verboten.

Die nächste DocAviv soll von 21. bis zum 26. April 2000 stattfinden.

 

"MUSIK"

Kammermusikfestival in Jerusalem

Ein Jahr reicht aus, um eine Tradition zu etablieren. Der große Erfolg des Jerusalem International Festival of Chamber Music 1998 hat die Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des Jerusalemer Kulturkalenders werden lassen. Dieses Jahr findet das Festival vom 2. - 10. September im romantischen Ambiente des Khan-Theaters statt. Gründerin und artistische Leiterin des Festivals ist die Frau des israelischen Dirigenten und Komponisten Daniel Barenboim, Elena Bashkirova. Sie hat eine Reihe von Streichern, Holz- und Blechbläsern aus dem In- und Ausland versammelt, die sie in verschiedenen Ensemblen "mischen und zusammenstellen" wird. Zu den herausragenden Künstlern zählen auf israelischer Seite die Flötistin Sharon Bezaly, der aus der ehemaligen Sowjetunion eingewanderte Geiger und Konzertmeister des Jerusalem Symphony Orchestra,Yevgenia Pikovsky sowie das phänomenale Jerusalem String Quartet, dessen Mitglieder bereits während ihres Wehrdienstes in der israelischen Armee international Karriere machten. Bashkirova gibt absichtlich keine detaillierten Vorabinformationen, wer mit wem was spielen wird. So darf man gespannt sein, ob die jungen Mitglieder des Jerusalem String Quartet mit ihren älteren Kollegen gemeinsam auftreten werden.

Unter den ausländischen Teilnehmern des Festivals sind der deutsche Cellist Boris Pergamenshikov, der österreichische Geiger Julian Rachlin und der Däne Nikolaj Znaider. Bashkirova ist stolz und glücklich, daß das Jerusalemer Kammermusikfestival zu einer Tradition für Musiker und Publikum geworden ist. Die Entscheidung des auf die strenge Trennung ihrer Arbeitsbereiche bedachten Musiker-Ehepaars Barenboim/Bashrikova, in Jerusalem ein Eigenheim für sich und seine Kinder zu erwerben, wurde von den Bewohnern der Hauptstadt wärmstens begrüßt.

 

"THEATER"

Gesher Theater wieder unterwegs

Nach der Premiere seiner großen neuen Produktion "Eating" Anfang 1999 ist das Gesher-Theater bereits wieder auf Tournee. Anfang Juni folgte es einer Einladung nach London und zeigte im Barbican Centre seine bewährte Produktion "City: Odessa Stories". Dieses clevere, nostalgische Stück, das auf den Geschichten von Isaac Babel basiert, zeichnet ein Bild von der jüdischen Begegnung mit der russischen Gesellschaft in der Hafenstadt Odessa. Es ist voll von Babels lebhaften Charakteren, voller Karikaturen und Stereotypen, Exzentriker und Einfallspinsel.

Neben dem Gesher-Theater, das bereits zum dritten Mal in London auftrat, zeigten andere Theatergesellschaften aus aller Welt ihre Produktionen. "City" war zum ersten Mal in London zu sehen.

 

"TANZ"

KCDC macht mit neuen Produktionen von sich Reden

Im Frühjahr diesen Jahres bereitete sich die Kibbutz Contemporary Dance Company eifrig darauf vor, "A.P.T.", die Produktion mit der größten und spektakulärsten Choreographie, die jemals exklusiv für diese Truppe geschaffen wurde, aufzuführen.

Dieses neue Werk des profilierten künstlerischen Leiters und Hauschoreographen der KCDC, Rami Be'er, bringt alle zwanzig Tänzer der Company auf die Bühne. Seine Handlung beinhaltet Anspielungen auf zeitgenössische gesellschaftliche und politische Themen in Israel.

Es ist nicht das erste Mal, daß die KCDC Themen behandelt, die im Zentrum israelischen Lebens stehen. Eine der erfolgreichsten Produktionen der Company ist "Memorandum", eine Art Mahnmal für den Holocaust.

Premiere feierte "A.P.T." vom 7. bis zum 9. Juli beim International Dance Festival in Karmiel. Das Tel Aviv Performing Arts Center hat die Produktion der KCDC in sein Programm "1999/2000 Contemporary Dance Series" aufgenommen.

Über 170 000 $ wurden in diese einmalige Produktion investiert - ein Beweis für den wachsenden Erfolg und den guten Ruf der Truppe.

Nachdem sie diesen Sommer bereits in Finnland und Kroatien aufgetreten ist, geht die Kibbutz Contemporary Dance Company im November auf Amerika-Tournee. Geplant ist eine Fünf-Städte-Tour nach Louisville, Memphis, Houston, Tulsa und Kansas City.

Auf die neuste Kreation des Choreographen Rami Be'er wird das internationale Publikum wohl noch länger warten müssen. Das Bühnenbild für "On the Edge" ist so aufwendig, daß trotz des großen Interesses im Ausland erst noch einige logistische Transportprobleme gelöst werden müssen.

Mit "On the Edge" hat Rami Be'er nach "A.T.P." schon wieder ein Werk der Superlative geschaffen. Die Tänzer schweben und wirbeln am Rande des Abgrunds, rutschen, kriechen zurück, klammern sich an Vorsprünge, die sich wie Schubladen öffnen und schließen, baumeln an Seilenden. Apokalyptische Bilder von Krieg und Tod werden erhellt durch die Zwischenspiele einiger männlicher Tänzer mit lustigen Hüten, die eine Jazztanzfrequenz aufführen oder sich im Gebet wiegen. In Israel wird diese neueste und bisher ehrgeizigste Produktion der K.C.D.C. im Dezember oder Januar Premiere feiern.

 

SPOTLIGHT

NATUR IM FOTO: SHAI GINOTT IM PORTRTAIT

Das Ambiente ist perfekt. In einem kleinen ländlichen Dorf lebt die Fotografin Shai Ginot umgeben von Einfamilienhäusern und Obstplantagen. Hier gibt es wenig Anzeichen von Verstädterung. Die Straße, in der Ginott wohnt, hat noch nicht mal einen Namen - "hinter dem Spielplatz", erklärt sie am Telefon. Außer dem gelegentlichen Bellen eines Hundes und dem symphonischen Konzert der Vögel ist nichts zu hören, so still ist es.

"Hören Sie ihnen nur zu", sagt Ginott. Nach sechs Jahren in Ramat Gan, wo Martinshörner und die übel klingenden Antworten von mürrischen Autofahrern zu ihrer Hintergrundmusik gehörten, beschreibt Ginott ihren Umzug nach Kadima, den sie vor kurzem gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer dreieinhalbjährigen Tochter antrat, als eine Rückkehr zur Natur, zu ihren Wurzeln.

Die unkomplizierte, erdverbundene Art der in Jeans und T-Shirt gekleideten Ginott paßt perfekt zu dem, was sie tut. Als eine der wichtigsten Naturfotografen Israels macht Ginott seit fast zwanzig Jahren Schnappschüsse von Israels Wüsten und rauschenden Flüssen, seinen Blütenknospen und schneebedeckten Gipfeln.

Ginotts Karriere begann ganz ungeplant und unerwartet. Ein ausländischer Fotograf, den die während ihres Wehrdienstes in der Sde Boker Field School ausgebildete junge Frau zu einigen versteckten Plätzen der beeindruckenden israelischen Natur geführt hatte, schickte ihr als Dankgeste eine Kamera. "Ich hatte niemals die Absicht sie professionell zu nutzen", sagt Ginott, die damals weiter Biologie und jüdische Erziehung studierte. Nichtsdestotrotz nahm sie während ihres Studiums die Kamera in die Hand und produzierte eine audio-visuelle Präsentation der Negev-Wüste. Diese war so erfolgreich, daß Shai Ginott zwei weitere - eine über die Sinai-Wüste und eine über das tote Meer - anfertigte. 1984 wurde sie daraufhin als erste Fotografin von der Israel Nature Reserves Authority angestellt. 1988 beschloß sie, eine unabhängige Karriere zu beginnen - "um zu fotografieren, wann und wo ich wollte." Seit dem sind ihre Fotos in führenden Zeitungen und Zeitschriften erschienen. Bereits zwei Bücher hat Ginott veröffentlicht: Echoes of a Landscape (1992), das 1993 mit dem Gold Prize der Jerusalem International Book Fair ausgezeichnet wurde, und A Place in the Heart, Jerusalem (1995). Noch in diesem Jahr wird ein drittes erscheinen. Zudem ist Ginott Photoeditor des dicken Wälzers Spectacular Israel. Ihre Fotos wurden in der ganzen Welt ausgestellt, unter anderem im Barbican Centre in London und in der Olympus Gallery in Tokio.

Für Ginott kennt Natur keine Grenzen, trotzdem betrachtet sie sich selbst als sehr bodenständig. "Ich bin Israelin, und die Mandelblüte im Winter ist Teil meiner Erziehung, meiner Erfahrung." Ginott, die sich als Botschafterin des guten Willens und "des Schönen in diesem Land" fühlt, sieht es als ihr Ziel an, die Seite Israels zu zeigen, die von den Schlagzeilen übersehen wird, und zudem das Land an den weltweiten Umweltschutzbestrebungen zu beteiligen.

Die Fotografin ist sensibel wie ein Dichter, sie ist nicht jemand, der Sehenswürdigkeiten fotografiert. Eine zarte Blüte im Wind vor einem Ozean aus Sand, gegen die Küste schlagende Wellen, das sich leicht kräuselnde Wasser im Pool, Blumen, die im Wind tanzen - für Ginott ist die Nature dynamisch, sich ständig wandelnd. Sie sucht nach Atmosphäre, nach dem richtigen Augenblick. Sie drückt immer nur dann ab, wenn sie etwas neues sieht. Jerusalem zu fotografieren war eine echte Herausforderung. " Ich mußte die meist fotografierte Stadt des Landes ablichten. Sechs Monate lang reiste ich jeden Tag nach Jerusalem und schoß aus purer Panik nicht ein einziges Foto." Hier machte sie auch erste Erfahrungen mit dem Fotografieren von Menschen.

"Ich wollte mein Jerusalem erobern", erklärt Shai Ginott über ihren Geburtsort. Ihre Fotos sind eine Komposition aus Heiligem und Profanem, aus den intimsten und den universalen Aspekten des Lebens in der Landeshauptstadt. Es gibt Fotos von Männern und Frauen - Juden, Christen, Moslems - beim Gebet und Schnappschüsse von Zuschauern bei einem Fußballspiel; es gibt Schatten und schimmernde Lichter; sogar Schnappschüsse von den Füßen der Leute sind dabei.

Die Stimme von Shai Ginott ist tief und besänftigend, ihre Sprache assoziativ, weitschweifend. Man fragt sie nach dem Leben in der Wüste - "mein wahres Zuhause" - und schon spricht sie über die Beziehung des Menschen zum Kosmos. "Guck dir die Blumen an, keine gleicht der anderen. Den persönlichen Favoriten zu finden braucht Zeit. Das gleiche gilt für menschliche Beziehungen", erklärt Ginott mit ihrer eindringlichen Art. "Wieviel Platz brauchen Knospen zum Überleben? Wieviel Unabhängigkeit sollten wir unseren Kindern zugestehen?"

"Die Natur selbst ist meine Lehrerin." Es ist fast, als würde man Henry David Thoreau interviewen.

Ginott gibt zu, daß sie bis zur Geburt ihrer Tochter die Natur eher durch die Brille einer Biologin betrachtet hat. Eine Blüte in der Wüste - "die zu finden ich fünf Kilometer weit laufen würde" - war ganz einfach das Wunder des Überlebens. Das Muttersein und das Älterwerden haben die Fotografin philosophischer werden lassen und ihrer Sichtweise mehr Tiefe verliehen.

In ihrem neuesten Buch und der begleitenden Ausstellung "From the Beginning" untersucht Ginott die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Natur, zwischen dem was echt ist und dem ausgedachten, dem Versteckten und dem Entdeckten. Indem sie ein Foto auf ein anderes legt, macht sie das Unmögliche möglich. Sie zeigt Geistern ähnliche Figuren, die in einer Plantage flirren und Felsformationen, die menschlich erscheinen. Ginotts mystisches Abbild Jerusalems existiert nur durch ihre phantasievolle Darstellung. Diesen Fleck gibt es auf keiner Landkarte. Es ist Ginotts persönliche Vision - ihre Komposition eines himmlischen und irdischen Jerusalems. Das ist es, was es so wirklich macht.

(Nach einem Artikel von Shelley Kleiman)

 Werke von Shai Ginott sind auch in Deutschland zu sehen! Die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft des Staates Israel in Berlin bietet zwei Ausstellungen ihrer Fotografien zum Verleih an. Nähere Informationen unter der Faxnummer 030 - 8928908 oder per Post (Schinkelstr. 10, 14193 Berlin).

 

SHALOM - SALAAM

MONAT  DER ARABISCHEN KULTUR IM BEIT HAGEFEN

Wie jedes Jahr im Mai versammelte sich auch 1999 die israelisch-arabische Literaturwelt, um den Beitrag der arabischen Kultur zur israelischen Gesellschaft zu würdigen. Einen ganzen Monat drehte sich alles um arabische Bücher, Folklore, Musik, Küche, Kleidung, Künstler und Persönlichkeiten aus der israelisch-arabischen Welt.

Der zentrale Schauplatz war Beit Hagefen in Haifa. Ausläufer dieses Kulturereignis waren jedoch auch in duzenden arabischen Siedlungen im ganzen Land zu finden. Beit Hagefen hatte die Aktivitäten in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Erziehung, Kultur und Sport im Rahmen seines Programms für die Unterstützung der arabisch-jüdischen Kooperation und des kulturellen Austauschs initiiert.

Das diesjährige Programm war ebenso vielseitig wie intensiv. Begonnen hat das Ganze am 23. Mai mit einer Eröffnungszeremonie in Beit Hagefen und einem karnevalsähnlichen Umzug, der begleitet von einer Band singend durch die Straßen von Haifa tanzte. Bis zum 20. Juni folgten acht weitere große Happenings. Vom 23. Mai bis 6. Juni wurden auf einem Bücherbazar eine Million Bücher präsentiert, die eigens aus verschiedenen arabischen Ländern nach Israel gebracht wurden. Organisiert wurde dieser Bazar von "The Book Depot", Salah Abassi, in Haifa.

Den bildenden Künsten galt eine Ausstellung in der Galerie von Beit Hagefen Anfang Juni, die Werke von fünfzehn arabischen Künstlern aus der Region zeigte. Es folgten Konzerte, Literaturveranstaltungen, Symposien, Konferenzen und weitere Veranstaltungen. Besondere Aktualität bewiesen die Initiatoren mit einer Computer- und Softwaremesse vom 5. bis 12. Juni. Hier wurde den Kunden die ganze Bandbreite arabisch-sprachiger Computerprogramme sowie Lernprogramme für Arabisch, Computer und das Internet vorgeführt. Computerfachleute aus aller Welt besuchten die Messe.

Auch in der zweiten Hälfte des Jahres 1999 bleibt Beit Hagefen auf dem Gebiet der arabisch-jüdischen Kulturarbeit aktiv. Unter anderem organisiert und beherbergt es entsprechende Theater- und Kunstveranstaltungen. Erst kürzlich zeigte eine Ausstellung des georgisch-israelischen Künstlers Meir Pichhadze und seines Kollegen Salman Mula. Pichhadzes Ölgemälde behandeln Themen wie Wanderung und Umsiedelung. So zeigen sie Landschaften, Familien und Szenen aus dem Alltagsleben in fast dokumentarischer Manier. Der aus Galiläa stammende Bildhauer Salman Mula arbeitet hauptsächlich mit dem örtlichen Stein. Obwohl seine Skulpturen nicht ausdrücklich menschliche Körper darstellen, weisen sie doch immer wieder auf Menschen hin. So stellen Skulpturen von Gegenständen wie Schuhen und Koffern auch einen Zusammenhang zu Pichhadzdes Gemälden her.

Bereits im vergangenen Winter feierte Beit Hagefen das "Fest der Feste". Anläßlich von Weihnachten, Ramadan und Hanuka hatte das Zentrum damals an verschiedenen Orten in Haifa Installationen organisiert.

Friedenskonferenz für Dichter und Schriftsteller

Galiläa, der Landstrich Israels, in dem Juden, Moslime, Drusen und Christen friedlich nebeneinander leben, ist der ideale Ort für Dialog und kulturellen Austausch. Daher ist es kein Zufall, daß der diesjährige "International Congress of Conflict Resolution through Culture and Literature" in Shavei Zion an der Mittelmeerküste Westgaliläas stattfand. An diesem Kulturereignis, das von Beit Hava, dem International Convention Center (ICC) beherbergt wurde, nahmen bekannte Schriftsteller und Dichter aus Israel, den USA, Deutschland, Südafrika und Italien teil.

Prominente Persönlichkeiten aus der Literaturwelt wie Amos Oz, Nadine Gordimer, Alan Sillitoe und Naim Araidi trafen sich mit den Teilnehmern, denen die Möglichkeit geboten wurde, ihre eigenen Werke bei den verschiedenen Workshops und Diskussionen vorzustellen. Themen der in englischer Sprache geführten Veranstaltungen waren unter anderem "Entering the New Millennium through Literature and Culture" und "The Role of Mass Media in Spreading the Culture of Peace instead of Violence".

Den Vorsitz führte die Kongreßveteranin Ada Aharoni, die nicht nur einen Lehrstuhl in der Abteilung für Literatur und Soziologie am Technion innehat, sondern auch 21 Roman- und Gedichtbände zu ihrem Werk zählt.

 

 

EVENTS

Preisgekrönte israelische Filme beim Jerusalem Film Festival

Produzenten schützen Armut vor, Regisseure klagen über mangelnde Unterstützung des Establishments für die örtliche Filmindustrie. Die Filme, die beim diesjährigen Jerusalem Film Festival zu sehen waren, zeigten jedoch, daß die israelische Filmwelt trotz allem lebendiger, erfinderischer und besser ist, als je zuvor. Zu den preisgekrönten Filmen, die man demnächst sicherlich auf internationalen Festivals bewundern kann, gehörte z.B. "Menelik", der mit dem mit 40.000 NIS dotierten "New Foundation Award for cinema and television documentary" ausgezeichnete wurde. Der Film von Daniel Wachsman erzählt die Geschichte eines jungen äthiopischen Einwanderers am Rande der israelischen Gesellschaft, der an der Central Bus Station von Tel Aviv lebt und sich mit Diebstählen über Wasser hält.

Der mit 20.000 NIS ausgestattete "Television Drama Award" ging an Haim Bouzzaglo für seine TV-Serie "Zinzana", einer Serie über das Leben in israelischen Gefängnissen.

Den begehrtesten Wolgin Award über 160.000 NIS erhielt der Regisseur Arik Kaplun für sein Meisterwerk "Yannas Friends" (Haverim shel Yanna). Der Film erzählt die Geschichte russischer Einwanderer, die im Schatten des Golfkriegs in der schönen, neuen Welt von Tel Aviv landen. Ein junges Ehepaar wandert aus nicht ersichtlichen Gründen und mit minimalen Aussichten - sowohl für das Leben im Land als auch für die eheliche Beziehung - nach Israel ein. Als der junge Mann feststellt, daß das Leben in Israel kein Honigschlecken ist, fährt er zurück nach Rußland - angeblich, um Bargeld zu besorgen. Seine schwangere Frau Yanna, die nur einige Brocken Hebräisch spricht, bleibt einsam und allein in der Wohnung in Israel zurück. Nach einer Weile wird ihr klar, daß ihr Ehemann sie im Stich gelassen hat und daß sie ihr Schicksal nun selbst in die Hand nehmen muß. Nun ist Israel nicht gerade das benutzerfreundliche, sprichwörtliche Land der Möglichkeiten, Arbeitsplätze sind rar und Gläubiger wachsam. Die Leute in Yannas unmittelbarer Umgebung - ein Weiberheld als Nachnar und eine mürrische alte Jungfer als Vermieterin - wirken fremd und unnahbar. Doch die Höhen und Tiefen des israelischen Alltags bringen die Charaktere näher zusammen. Jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte, und jeder sucht Verständnis. Yanna freundet sich schließlich mit der Vermieterin an, ... und ändert nach und nach ihre Einstellung zum Positiven. Als ihr ... Ehemann schließlich doch wieder auftaucht, ist sie für seine emotionale Unreife immun geworden und bereit, ihr eigenes Leben zu führen.

Mit Humor und einigen zu Tränen rührenden Szenen zeigt der Regisseur Arik Kaplun in diesem Film, in dem seine Frau Evlyn als Schauspielerin zu sehen ist, die bunte Vielfalt israelischen Lebens aus vielen verschiedenen Perspektiven.

"Yanna's Friends" wird unter anderem in Hamburg (September) und Warschau (7.-8. Oktober) zu sehen sein.

 

Chopin-Jubiläum

Israel feiert den 150. Todestag Frédéric Chopins mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Die treibende Kraft hinter der Chopin Society in Israel ist der Pianist Alexander Tamir. Er hat die Gesellschaft - eines der 47 Mitglieder der International Federation of Chopin Societies - selbst in den frühen neunziger Jahren gegründet. In aller Welt veranstalten die Chopin Societies in diesem besonderen Jahr Konzerte, Festivals, Wettbewerbe, Ausstellungen und andere Events. Den Auftakt zum israelischen Chopinjahr bildete eine Konzertreihe im Rahmen des Israel Festivals (s.o.). Als nächstes steht nun ein Wettbewerb auf dem Programm. In Zusammenarbeit mit dem Jerusalem Symphony Orchestra und dem Ein Karem Targ Music Center organisiert der israelische Radiosender "Voice of Music" die Frédéric Chopin Piano Competition. Zwanzig israelische Pianisten im Alter zwischen 18 und 30 werden für die vom Erziehungsministerium und dem Bürgermeister von Jerusalem gestifteten Auszeichnungen um die Wette spielen. Die beiden Vorrunden finden im Targ Center statt. In der dritten Runde müssen die Finalisten eines von Chopins Klavierkonzerten zur Begleitung des Jerusalem Symphony Orchestra vortragen. Das Konzert wird dann live im israelischen Fernsehen übertragen. Ausgetragen wird der Wettbewerb vom 13. - 23. September. Einzelheiten sind zu erfragen bei: Kol Israel, Voice of Music, P.O.Box 1082, Jerusalem 91010.

NEUE PRODUKTIONEN

Hanoch Levins "Requiem" im Cameri Theater

Am 18. August 1999 erlag der bekannte israelische Dramaturg Hanoch Levin im Alter von 56 Jahren in einem Tel Aviver Krankenhaus seinem Krebsleiden. Der nachfolgende Artikel ist vor seinem Tod entstanden.

Mit kühler Gelassenheit hat sich Israels führender Stückeschreiber mit seinem neuen Theaterstück "Requiem" mal wieder an das beunruhigende Thema Tod gewagt. Während Hanoch Levins vorheriges Werk "Those Who Walk in Darkness" wenigstens noch einen verwirrten Ausblick auf die menschliche Existenz bot, offeriert "Requiem" die Möglichkeit, daß der Tod gegenüber dem Leben eine Verbesserung darstellen könnte.

Das Thema des auf drei Geschichten von Anton Chekhov basierenden "Requiem" zeigt sich besonders deutlich in einer plagenden Szene, in der eine Mutter ihr totes Baby beweint. Das beerdigte Baby richtet folgende Worte an seine Mutter: "Ich werde nicht wieder aufstehen, / Warum sollte ich? / Befreit von Angst, / Sorge und Schmerz, / Und mein stilles Lächeln / wird mit den Jahren / nur weiter werden." Einer der anderen Hauptcharaktere des Stückes, ein alter Mann, dessen Frau verstorben ist, erinnert sich und bereut ihr unglückliches Leben. "Leben ist Verlust und Tod - Gewinn. Obwohl dies wahr ist, fühle ich mich schlecht und bin verbittert: Warum wird die Welt auf diese Weise geführt, daß das Leben dem Menschen nur einmal gegeben wird  und dann unnütz vergeht?"

Die meisten Charaktere in "Requiem haben entweder den Verlust eines nahestehenden Menschen zu beklagen, oder es sind ignorante Dummköpfe, so z.B. die Trinker und Prostituierten im Wagen eines verwaisten Kutschers, dessen Sohn gestorben ist. Der von der obszönen Jovialität seiner Passagiere bestürzte, einsame Kutscher, stellt niemand geringerem als seinem stummen Pferd die beständige Frage, wie er nach dem Verlust seines geliebten Sohnes weiter leben soll. Indem er all diese Fragen offenläßt, scheint Levin zu versuchen, seine eigene überhöhte Besessenheit mit der Sterblichkeit zu lindern.

"Requiem" ist seit Mitte März im Cameri Theater in Tel Aviv zu sehen.

 

Clipa - alternatives Theater mit einem Hauch von Klasse

Die gleiche Muttersprache haben Idit Herman und Dmitry Tyulpanov nicht, ihre ist Hebräisch, seine Russisch. Neben diesem potentiellen Kommunikationshindernis fällt es den beiden kreativen Theaterkünstlern zudem nicht leicht, ihre Arbeit zu definieren. Tanz? Theater? Warum sich entscheiden? Das exzentrische, humorvolle, kommunikative alternative Clipa Theater ist die Kopfgeburt zweier Schauspieler, die etwas mitzuteilen haben. Dabei ist es unwahrscheinlich, daß das Publikum das Theater ohne eine klare Vorstellung von dieser Botschaft verläßt.

Fast könnte man annehmen, daß das Fehlen einer gemeinsamen Muttersprache die Schauspieler dazu gebracht hat, um so mehr auf andere Weise miteinander zu kommunizieren - und letztlich auch mit dem Publikum. Wie ließe sich sonst die Tatsache erklären, daß die Geschichte eines einsamen Bürokraten in einer anderthalbstündigen Aufführung mit nur zwei Schauspielern und ohne ein gesprochenes Wort das Publikum laut auflachen oder in tief philosophische Meditation verfallen läßt, je nachdem, ob ein Hut herunterfällt oder auf mysteriöse Weise aufsteigt? Wie sonst ließe sich erklären, daß das Publikum sofort versteht, welche Inspiration hinter dem auf Kafkas Weltanschauung basierenden Stück "Wanted" steckt? Die Kombination aus tanzähnlichen Bewegungen und der übertriebenen Geziertheit der Charaktere wird in heftigen Interaktionen zwischen den Darstellern entfaltet. So beobachtet das Publikum den unglücklichen Beamten, wie er kämpft, leidet und verzweifelt bei dem Versuch, das unbesiegbare "System" zu meistern. Erstaunt sind die Zuschauer von den überraschend einfachen Mitteln, mit denen die traumähnlichen Bilder bei den Darbietungen des Clipa Theraters ihre Sinne ansprechen und ihre Phantasie anregen. Ein weiteres Beispiel hierfür bietet das Stück „Mid-Evil“. Diese Produktion schafft das Unmögliche: Sie bringt Szenen aus Hyronymus Boschs Bildern auf die Bühne. Durch eine elegante Kombination aus Bewegung, nonverbaler Kommunikation und physikalischer Effekte werden hier die Dekadenz, das Durcheinander, die Entdeckung und das aufgeklärte Wachstum der menschlichen Gesellschaft porträtier. Vom Enthaupten bis zum Gebären wird alles erstaunlich realistisch und – trotz der unvermeidlichen ernsten Elemente – mit Humor dargestellt. Beim Israel-Festival war ein drittes Stück der Truppe zu sehen – „Hide and Seek“. Diese Produktion beschwört die Freundschaften, Spiele und Ängste der Kindheit herauf, die sich im Erwachsenenleben widerspiegeln. Auch „Labyrinth“, „Zanav“, „Hands“ und „Watershow“ gehören zum Repertoire des Clipa Theaters. Sein beeindruckendes Bühnendesign und die ausdrucksstarken Darbietungen haben dem Theater bereits mehrere hochrangige Preise eingebracht, so den Sternfeld Award for Theater and Stage Design 1996, den ersten Preis des Israel Dance Festivals 1997 und den Israeli Theater Award 1999.

 

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