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Inhalt Juni - September 1999 (Kurzausgabe) |
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Israel Festival: ein strahlender kultureller Austausch "Sea Horses" berührt die Herzen Cinematheque startet erstes Dokumentarfilm-Festival Kammermusikfestival in Jerusalem Gesher Theater wieder unterwegs KCDC macht mit neuen Produktionen von sich Reden NATUR IM FOTO: SHAI GINOTT IM PORTRTAIT MONAT DER ARABISCHEN KULTUR IM BEIT HAGEFEN Preisgekrönte israelische Filme beim Jerusalem Film Festival Chopin-Jubiläum Hanoch Levins "Requiem" im Cameri Theater Clipa - alternatives Theater mit einem Hauch von Klasse
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Israel
Festival: ein strahlender kultureller Austausch Während der Frühling dem Jerusalemer Sommer Platz machte und das
Jahrtausend sich seinem Ende zuneigt, trafen sich Künstler aus aller Welt
in einer Stadt, die durch die paradoxe Konfrontation von alt und neu
gekennzeichnet ist. Obwohl das Israel Festival 1999 genau zwischen das große
Jubiläumsjahr 1998 und die Ereignisse zum neuen Jahrtausend fiel, gab es
doch sehr viel zu
feiern. In einem Tête-à-Tête der Musik, des Tanzes, des Theaters und der großen
übergreifenden Produktionen schlossen sich traditionelle und progressive
Künste zusammen. Die Eröffnungsveranstaltungen, die am 30. Mai begannen,
wurden von Shalom Hanoch,
einer Ikone der modernen israelischen Musikszene,
geleitet. Nach einem Tribut an diesen einflußreichen Künstler, der immer
noch ein wichtiges Symbol seiner Generation darstellt, wurde eine Show der
Spanish National Dance Troup geboten, die alt und neu zu verbinden wußte. Die Truppe
zeigte eine originelle Choreographie zu Prokofievs Romeo und Julia.
Insgesamt dauerte das Festival bis zum 15. Juni. Die Musikwelt feiert dieses Jahr den 150. Todestag von Frédéric Chopin. Zu
Ehren des Komponisten aus dem 19. Jahrhundert stellte das polnische
Andrzej Jagodinski Trio eine Synthese aus Chopin und Jazz vor. Passend
dazu bot das amerikanische Uri Caine Ensemble eine ungewöhnliche,
verjazzte Form von Mahler. Israel ehrte Chopin zudem mit drei Konzerten im
Targ Music Center in Ein Karem. Die Verbindung von alt und neu war ein Motiv, das das Israel Festival wie
ein roter Faden durchzog, ein anderes war die Vereinigung von israelischer
und internationaler Kultur. Hunderte von Künstlern aus zwanzig Ländern
nahmen an den Veranstaltungen,
die vor allem im Jerusalem Theater stattfanden, teil. Jüdisches und israelisches Erbe war sehr präsent. So bot das Jerusalem
Symphony Orchestra Betty Oliveros musikalische Werke in Ladino, neben
Werken von Igor Stravinsky. Das Ra'anana Symphonette Orchestra zeigte
"Children of God", eine Symphony des Komponisten Joseph
Bardanashvili, gesungen unter anderem von den Solisten Etti Ankri und
David De'or sowie einem Chor armenischer Mönche. Außerdem wurden zwei
neue israelische Kammerwerke von Ron
Weidberg und Daniel Shalit aufgeführt. Das charismatische interdisziplinäre
Yad Harif Orchester präsentierte gemeinsam mit dem Komponisten und
Dirigenten Roni Porat "A Fantasy for a Monkey and an Orchestra".
In dieser auf Kafkas "Bericht an die Akademie" basierenden
Drama-Musik-Produktion glänzt der Schauspieler Yehuda Almagor als
Solodarsteller. Mit einem festlichen Jazzabend feierten Musiker den hundertsten Geburtstag
der bekannten Jazz-Größe Duke Ellington. Unter den international
gepriesenen Darbietern war unter anderem der Harlem Boys Choir, der das
Publikum in der ganzen Welt immer wieder mit Klassik, Soul, populärer
amerikanischer Musik und Jazz in Staunen versetzt. Aber nicht nur Musik, auch Theater hatte das Israel Festival zu bieten, so
zum Beispiel das hoch gepriesene britische Stück "Our Country's Good".
Zudem unterhielten Tanzdarbietungen von spanischen, kanadischen, französischen
und israelischen Gruppen die Zuschauer. Eine besondere Produktion in
diesem Rahmen war "Shazam!" von Philippe Decoufle, der hier
Tanz, Akrobatik und Videotechnik miteinander verband. Zu den neuen Darbietungen, die das diesjährige Festival auszeichneten, gehörten
die Aufführungen von vier Outdoor-Theatergruppen: Clipa, Tav-Gruppe,
Jacky Bachar und Ran Slavin. Zudem
war das fünfte International Poets Festival, das zweijährlich
in Mishkenot Shaananim stattfindet, erstmals Teil des Israel Festivals. In
diesem Rahmen stellten führende israelische Dichter wie Natan Zach und
Yehuda Amichai ihre Werke vor. Die israelische
Tanzwelt startete zu einer neuen Saison internationaler
Darbietungen durch. Prominente Tänzer wie Rina Schenfeld und Barak
Marshall knüpften an die Erfolge der 1998er Tanzereignisse Suzanne Dellal
/ Israel Festival an. In diesem Jahr zeigte jeder teilnehmende Choreograph
kurze Solowerke. Zu den Teilnehmern gehörten auch Sharon Eyal, Yossi
Yungman und Rami Levi. Aufgrund der großen Nachfrage war Michael Flatleys
"Lord of the Dance" erneut zu sehen.
Die "City of Gold", Jerusalem, erstrahlte mit einem Israel Festival, für das sich auch eine weite Anreise lohnte. "Sea
Horses" berührt die Herzen Der kurze, schwermütige, aber süße Film "Sea Horses" hat in der
Sparte Studentenfilme die Herzen des Publikums erobert. Er erzählt die
schmerzliche Geschichte des kleinen Jungen Noam und seiner beiden
Schwestern, die einem plötzlichen Wendepunkt in ihrem Leben gegenüberstehen,
als ihre Eltern beschließen sich zu trennen. Mit der probeweisen Trennung
der Familie verlagern sich ihre Rollen subtil, ihre Einstellungen verändern
sich wesentlich. Der Film beginnt die Erzählung an dem Punkt, an dem Noam
anfängt zu begreifen, daß die Welt nicht mehr dieselbe ist und daß ihm
nichts anderes übrig bleibt, als zu lernen damit umzugehen. Obwohl seine
Familie zerbrochen ist, wird der Junge durch die Erfahrung auch stärker.
Dies macht die Verletzungen ein wenig wett. Die gefühlvolle Regiearbeit von Nir Bergmann, der mit "Sea Horses"
sein Studium an der Sam Spiegel Film- und Fernsehschule abschließt, hat
dem Film zahlreiche Preise eingebracht. Für sein Drehbuch wurde der Film
beim Haifa Film Festival 1998 ausgezeichnet, beim International Student
Film Festival 1998 erhielt er den zweiten Preis. Auch im Ausland ist die
Reaktion auf den Film durchweg positiv. Beim Larissa International New
Film Festival 1999 Cinematheque startet erstes Dokumentarfilm-Festival Dokumentarfilme scheinen oft von den glamouröseren Spielfilmen verdrängt
zu werden, selten stehen sie im Mittelpunkt der allgemeinen
Aufmerksamkeit. Um den Dokumentarfilmen zu mehr Gewicht zu verhelfen,
veranstaltete die Tel Aviv Cinemathéque ihr erstes
Dokumentarfilm-Festival, mit dem sie ihrem reichen Programm an
Filmereignissen noch ein weiteres vielversprechendes hinzufügte. Das Tel Aviver Publikum, das vom 3. bis zum 7. April in die Cinemathéque
strömte, war von DocAviv 1999, dem International Documentary Festival,
beeindruckt. Auf der israelischen Seite war die Regisseurin Ziva Postak
die Gewinnerin des Abends. Ihre introspektive Arbeit "Stars"
wurde sowohl als bester israelischer Film als auch für die beste Regie
geehrt. Die Dokumentation handelt von einem Filmteam und dessen Beziehung
zu den Bewohnern eines Heims für geistig Behinderte in Herzliya. Durch
den Brennpunkt des Films auf die winzigen Details der täglichen Routine
der Patienten ist es möglich, den "Wachstumsprozeß" der
Heimbewohner und derer, die sie filmen,
wahrzunehmen. "Während
ich 'Stars' produzierte, lernte ich die versteckte Welt kennen, für deren
Verstecktsein es eigentlich keinen Grund gibt," sagt Postak und fügt
hinzu, "Es ist die Gesellschaft, die dafür sorgt, das sie versteckt
ist." Den International Film Award erhielt der Film "Chile, Obstinate Memory"
unter der Regie von Patricio Guzman. Der Dokumentarfilm hat traumatische
Erinnerungen zum Thema und zeigt die gleichen Personen und Orte, die
bereits in Guzmans vorherigem Werk "The Battle for Chile" zu sehen waren.
Letzteres war während Pinochets Regierungszeit verboten. Die nächste DocAviv soll von 21. bis zum 26. April 2000 stattfinden.
Kammermusikfestival in Jerusalem Ein Jahr reicht aus, um eine Tradition zu etablieren. Der große Erfolg des
Jerusalem International Festival of Chamber Music 1998 hat die
Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des Jerusalemer Kulturkalenders
werden lassen. Dieses Jahr findet das Festival vom 2. - 10. September im
romantischen Ambiente des
Khan-Theaters statt. Gründerin und artistische Leiterin des Festivals ist
die Frau des israelischen Dirigenten und Komponisten Daniel Barenboim,
Elena Bashkirova. Sie hat eine Reihe von Streichern, Holz- und Blechbläsern
aus dem In- und Ausland versammelt, die sie in verschiedenen Ensemblen
"mischen und zusammenstellen" wird. Zu den herausragenden Künstlern
zählen auf israelischer Seite die Flötistin Sharon Bezaly, der aus der
ehemaligen Sowjetunion eingewanderte Geiger und Konzertmeister des
Jerusalem Symphony
Orchestra,Yevgenia Pikovsky sowie das phänomenale Jerusalem String
Quartet, dessen Mitglieder bereits während ihres Wehrdienstes in der
israelischen Armee international Karriere machten. Bashkirova gibt
absichtlich keine detaillierten Vorabinformationen, wer mit wem was
spielen wird. So darf man gespannt sein, ob die jungen Mitglieder des
Jerusalem String Quartet mit ihren älteren Kollegen gemeinsam auftreten
werden. Unter den ausländischen Teilnehmern des Festivals sind der deutsche Cellist
Boris Pergamenshikov, der österreichische Geiger Julian Rachlin und der Däne
Nikolaj Znaider. Bashkirova ist stolz und glücklich, daß das Jerusalemer
Kammermusikfestival zu einer Tradition für Musiker und Publikum geworden
ist. Die Entscheidung des auf die strenge Trennung ihrer Arbeitsbereiche
bedachten Musiker-Ehepaars Barenboim/Bashrikova, in Jerusalem ein
Eigenheim für sich und seine Kinder zu erwerben, wurde von den Bewohnern
der Hauptstadt wärmstens begrüßt. Gesher Theater wieder unterwegs Nach der Premiere seiner großen neuen Produktion "Eating" Anfang
1999 ist das Gesher-Theater bereits wieder auf Tournee. Anfang Juni folgte
es einer Einladung nach London und zeigte im Barbican Centre seine bewährte
Produktion "City: Odessa Stories". Dieses clevere, nostalgische
Stück, das auf den Geschichten von Isaac Babel basiert, zeichnet ein Bild
von der jüdischen Begegnung mit der russischen Gesellschaft in der
Hafenstadt Odessa. Es ist voll von Babels lebhaften Charakteren, voller
Karikaturen und Stereotypen,
Exzentriker und Einfallspinsel. Neben dem Gesher-Theater, das bereits zum dritten Mal in London auftrat,
zeigten andere Theatergesellschaften aus aller Welt ihre Produktionen.
"City" war zum ersten Mal in London zu sehen. KCDC macht mit neuen Produktionen von sich Reden Im Frühjahr diesen Jahres bereitete sich die Kibbutz Contemporary Dance
Company eifrig darauf vor, "A.P.T.", die Produktion mit der größten
und spektakulärsten Choreographie, die jemals exklusiv für diese Truppe
geschaffen wurde, aufzuführen. Dieses neue Werk des profilierten künstlerischen Leiters und
Hauschoreographen der KCDC, Rami Be'er, bringt alle zwanzig Tänzer der
Company auf die Bühne. Seine Handlung beinhaltet Anspielungen auf zeitgenössische
gesellschaftliche und politische Themen in Israel. Es ist nicht das erste Mal, daß die KCDC Themen behandelt, die im Zentrum
israelischen Lebens stehen. Eine der erfolgreichsten Produktionen der
Company ist "Memorandum", eine Art Mahnmal für den Holocaust. Premiere feierte "A.P.T." vom 7. bis zum 9. Juli beim
International Dance Festival in Karmiel. Das Tel Aviv Performing Arts
Center hat die Produktion der KCDC in sein Programm "1999/2000
Contemporary Dance Series" aufgenommen. Über 170 000 $ wurden in diese einmalige Produktion investiert - ein Beweis
für den wachsenden Erfolg und den guten Ruf der Truppe. Nachdem sie diesen Sommer bereits in Finnland und Kroatien aufgetreten ist,
geht die Kibbutz Contemporary Dance Company im November auf
Amerika-Tournee. Geplant ist eine Fünf-Städte-Tour nach Louisville,
Memphis, Houston, Tulsa und Kansas City. Auf die neuste Kreation des Choreographen Rami Be'er wird das internationale
Publikum wohl noch länger warten müssen. Das Bühnenbild für "On
the Edge" ist so aufwendig, daß trotz des großen Interesses im
Ausland erst noch einige logistische Transportprobleme gelöst werden müssen. Mit "On the Edge" hat Rami Be'er nach "A.T.P." schon
wieder ein Werk der Superlative geschaffen. Die Tänzer schweben und
wirbeln am Rande des Abgrunds, rutschen, kriechen zurück, klammern sich
an Vorsprünge, die sich wie Schubladen öffnen und schließen, baumeln an
Seilenden. Apokalyptische Bilder von Krieg und Tod werden erhellt durch
die Zwischenspiele einiger männlicher Tänzer mit lustigen
Hüten, die eine Jazztanzfrequenz aufführen oder sich
im Gebet wiegen. In Israel wird diese neueste und bisher ehrgeizigste
Produktion der K.C.D.C. im Dezember oder Januar Premiere feiern. NATUR IM FOTO: SHAI GINOTT IM PORTRTAIT Das Ambiente ist perfekt. In einem kleinen ländlichen Dorf lebt die
Fotografin Shai Ginot umgeben von Einfamilienhäusern und Obstplantagen.
Hier gibt es wenig Anzeichen von Verstädterung. Die Straße, in der
Ginott wohnt, hat noch nicht mal einen Namen - "hinter dem Spielplatz", erklärt sie am
Telefon. Außer dem gelegentlichen Bellen eines Hundes und dem
symphonischen Konzert der Vögel ist nichts zu hören, so still ist es. "Hören
Sie ihnen nur zu", sagt Ginott. Nach sechs Jahren in Ramat Gan, wo
Martinshörner und die übel klingenden Antworten von mürrischen
Autofahrern zu ihrer Hintergrundmusik gehörten, beschreibt Ginott ihren
Umzug nach Kadima, den sie vor kurzem gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer
dreieinhalbjährigen Tochter antrat, als eine Rückkehr zur Natur, zu ihren Wurzeln. Die unkomplizierte, erdverbundene Art der in Jeans und T-Shirt gekleideten
Ginott paßt perfekt zu dem, was sie tut. Als eine der wichtigsten
Naturfotografen Israels macht Ginott seit fast zwanzig Jahren Schnappschüsse
von Israels Wüsten und
rauschenden Flüssen, seinen Blütenknospen und
schneebedeckten Gipfeln. Ginotts Karriere begann ganz ungeplant und unerwartet. Ein ausländischer
Fotograf, den die während ihres Wehrdienstes in der Sde Boker Field
School ausgebildete junge Frau zu einigen
versteckten Plätzen der beeindruckenden israelischen
Natur geführt hatte, schickte ihr als Dankgeste eine Kamera. "Ich
hatte niemals die Absicht sie professionell zu nutzen", sagt Ginott,
die damals weiter Biologie und jüdische Erziehung studierte.
Nichtsdestotrotz nahm sie während ihres Studiums die Kamera in die Hand
und produzierte eine audio-visuelle Präsentation der Negev-Wüste. Diese
war so erfolgreich, daß Shai Ginott zwei weitere - eine über die Sinai-Wüste
und eine über das tote Meer - anfertigte. 1984 wurde
sie daraufhin als erste Fotografin von der Israel Nature Reserves
Authority angestellt. 1988 beschloß sie, eine unabhängige Karriere zu
beginnen - "um zu fotografieren, wann und wo ich wollte." Seit
dem sind ihre Fotos in führenden Zeitungen und
Zeitschriften erschienen. Bereits zwei Bücher hat
Ginott veröffentlicht: Echoes of a Landscape (1992), das 1993 mit dem
Gold Prize der Jerusalem International Book Fair ausgezeichnet wurde, und
A Place in the Heart, Jerusalem (1995). Noch in diesem Jahr wird ein
drittes erscheinen. Zudem ist Ginott Photoeditor des dicken Wälzers
Spectacular Israel. Ihre Fotos wurden in der ganzen Welt ausgestellt,
unter anderem im Barbican Centre in London und in der Olympus Gallery in
Tokio. Für Ginott kennt Natur keine
Grenzen, trotzdem betrachtet sie sich selbst als sehr
bodenständig. "Ich bin Israelin, und die Mandelblüte im Winter ist
Teil meiner Erziehung, meiner Erfahrung." Ginott, die sich als
Botschafterin des guten Willens und "des Schönen in diesem
Land" fühlt, sieht
es als ihr Ziel an, die Seite Israels zu zeigen, die von den Schlagzeilen
übersehen wird, und zudem das Land an den weltweiten
Umweltschutzbestrebungen zu beteiligen. Die Fotografin ist sensibel wie ein Dichter, sie ist nicht jemand, der
Sehenswürdigkeiten fotografiert. Eine zarte Blüte im Wind vor einem
Ozean aus Sand, gegen die Küste schlagende Wellen, das sich leicht kräuselnde
Wasser im Pool, Blumen, die im Wind tanzen - für Ginott ist die Nature
dynamisch, sich ständig wandelnd. Sie sucht nach Atmosphäre, nach dem
richtigen Augenblick. Sie drückt immer nur dann ab, wenn sie etwas neues
sieht. Jerusalem zu fotografieren war eine echte Herausforderung. "
Ich mußte die meist fotografierte Stadt des Landes ablichten. Sechs
Monate lang reiste ich jeden Tag nach Jerusalem und schoß aus purer Panik
nicht ein einziges Foto." Hier machte sie auch erste Erfahrungen mit
dem Fotografieren von Menschen. "Ich
wollte mein Jerusalem erobern", erklärt Shai Ginott über ihren
Geburtsort. Ihre Fotos sind eine Komposition aus Heiligem und Profanem,
aus den intimsten und den universalen Aspekten des Lebens in der
Landeshauptstadt. Es gibt Fotos von Männern und Frauen - Juden, Christen,
Moslems - beim Gebet und Schnappschüsse von Zuschauern bei einem Fußballspiel;
es gibt Schatten und schimmernde Lichter; sogar Schnappschüsse von den Füßen
der Leute sind dabei. Die Stimme von Shai Ginott ist tief und besänftigend, ihre Sprache
assoziativ, weitschweifend. Man fragt sie nach dem Leben in der Wüste -
"mein wahres Zuhause"
- und schon spricht sie über die
Beziehung des Menschen zum Kosmos. "Guck dir die Blumen an, keine
gleicht der anderen. Den persönlichen Favoriten zu finden braucht Zeit.
Das gleiche gilt für menschliche Beziehungen", erklärt Ginott mit
ihrer eindringlichen Art. "Wieviel Platz brauchen Knospen zum Überleben?
Wieviel Unabhängigkeit sollten wir unseren Kindern zugestehen?" "Die
Natur selbst ist meine Lehrerin." Es ist fast, als würde man Henry
David Thoreau interviewen. Ginott gibt zu, daß sie bis zur Geburt ihrer Tochter die Natur eher durch
die Brille einer Biologin betrachtet hat. Eine Blüte in der Wüste -
"die zu finden ich fünf Kilometer weit laufen würde" - war
ganz einfach das Wunder des Überlebens. Das Muttersein und das Älterwerden
haben die Fotografin philosophischer werden lassen und ihrer Sichtweise
mehr Tiefe verliehen. In ihrem neuesten Buch und der begleitenden Ausstellung "From the
Beginning" untersucht Ginott die komplexe Beziehung zwischen Mensch
und Natur, zwischen dem was echt ist und dem ausgedachten, dem Versteckten und
dem Entdeckten. Indem sie ein Foto auf ein anderes legt, macht sie das Unmögliche
möglich. Sie zeigt Geistern ähnliche Figuren, die in einer Plantage
flirren und Felsformationen, die menschlich erscheinen. Ginotts mystisches
Abbild Jerusalems existiert nur durch ihre phantasievolle Darstellung.
Diesen Fleck gibt es auf keiner Landkarte. Es ist Ginotts persönliche
Vision - ihre Komposition eines himmlischen und irdischen Jerusalems. Das
ist es, was es so wirklich macht. (Nach
einem Artikel von Shelley Kleiman) Werke von Shai Ginott sind auch
in Deutschland zu sehen! Die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der
Botschaft des Staates Israel in Berlin bietet zwei Ausstellungen ihrer
Fotografien zum Verleih an. Nähere Informationen unter der Faxnummer 030
- 8928908 oder per Post (Schinkelstr. 10, 14193 Berlin). MONAT
DER ARABISCHEN KULTUR IM BEIT HAGEFEN Wie jedes Jahr im Mai versammelte sich auch 1999 die israelisch-arabische
Literaturwelt, um den Beitrag der arabischen Kultur zur israelischen
Gesellschaft zu würdigen. Einen ganzen Monat drehte sich alles um
arabische Bücher, Folklore, Musik, Küche, Kleidung, Künstler und Persönlichkeiten
aus der israelisch-arabischen Welt. Der zentrale Schauplatz war
Beit Hagefen in Haifa. Ausläufer dieses Kulturereignis
waren jedoch auch in duzenden arabischen Siedlungen im ganzen Land zu
finden. Beit Hagefen hatte die Aktivitäten in Zusammenarbeit mit dem
Ministerium für Erziehung, Kultur und Sport im Rahmen seines Programms für
die Unterstützung der arabisch-jüdischen Kooperation und des kulturellen
Austauschs initiiert. Das diesjährige Programm war ebenso vielseitig wie intensiv. Begonnen hat
das Ganze am 23. Mai mit einer Eröffnungszeremonie in Beit Hagefen und
einem karnevalsähnlichen Umzug, der begleitet von einer Band singend
durch die Straßen von Haifa tanzte. Bis zum 20. Juni folgten acht weitere
große Happenings. Vom 23. Mai bis 6. Juni wurden auf einem Bücherbazar
eine Million Bücher präsentiert, die eigens
aus verschiedenen arabischen Ländern nach Israel
gebracht wurden. Organisiert wurde dieser Bazar von "The Book
Depot", Salah Abassi, in Haifa. Den bildenden Künsten galt eine Ausstellung in der Galerie von Beit Hagefen
Anfang Juni, die Werke von fünfzehn
arabischen Künstlern aus der Region zeigte. Es folgten
Konzerte, Literaturveranstaltungen, Symposien, Konferenzen und weitere
Veranstaltungen. Besondere Aktualität bewiesen die Initiatoren mit einer
Computer- und Softwaremesse vom 5. bis 12. Juni. Hier wurde den Kunden die
ganze Bandbreite arabisch-sprachiger Computerprogramme sowie Lernprogramme
für Arabisch, Computer und das Internet vorgeführt. Computerfachleute
aus aller Welt besuchten die Messe. Auch in der zweiten Hälfte des Jahres 1999 bleibt Beit Hagefen auf dem
Gebiet der arabisch-jüdischen Kulturarbeit aktiv. Unter anderem
organisiert und beherbergt es entsprechende Theater- und
Kunstveranstaltungen. Erst kürzlich zeigte eine Ausstellung des
georgisch-israelischen Künstlers Meir Pichhadze und seines Kollegen
Salman Mula. Pichhadzes Ölgemälde behandeln Themen wie Wanderung und
Umsiedelung. So zeigen sie Landschaften, Familien und Szenen aus dem
Alltagsleben in fast dokumentarischer Manier. Der aus Galiläa stammende
Bildhauer Salman Mula arbeitet hauptsächlich mit dem örtlichen Stein.
Obwohl seine Skulpturen nicht ausdrücklich menschliche Körper
darstellen, weisen sie doch immer wieder auf Menschen hin. So stellen
Skulpturen von Gegenständen wie Schuhen und Koffern auch einen
Zusammenhang zu Pichhadzdes Gemälden her. Bereits im vergangenen Winter feierte Beit Hagefen das "Fest der
Feste". Anläßlich von Weihnachten, Ramadan und Hanuka hatte das
Zentrum damals an verschiedenen Orten in Haifa Installationen organisiert. Friedenskonferenz für Dichter
und Schriftsteller Galiläa, der Landstrich Israels, in dem Juden, Moslime, Drusen und Christen
friedlich nebeneinander leben, ist der ideale Ort für Dialog und
kulturellen Austausch. Daher ist es kein Zufall, daß der diesjährige
"International Congress of
Conflict Resolution through Culture and Literature" in Shavei Zion an
der Mittelmeerküste Westgaliläas stattfand. An diesem Kulturereignis,
das von Beit Hava, dem International Convention Center (ICC) beherbergt
wurde, nahmen bekannte Schriftsteller und Dichter aus Israel, den USA,
Deutschland, Südafrika und Italien teil. Prominente Persönlichkeiten aus der Literaturwelt wie Amos Oz, Nadine
Gordimer, Alan Sillitoe und Naim Araidi trafen sich mit den Teilnehmern,
denen die Möglichkeit geboten wurde, ihre eigenen Werke bei den
verschiedenen Workshops und Diskussionen vorzustellen. Themen der in
englischer Sprache geführten Veranstaltungen waren unter anderem "Entering
the New Millennium through Literature and Culture" und "The Role
of Mass Media in Spreading the Culture of Peace instead of Violence". Den Vorsitz führte die Kongreßveteranin Ada Aharoni, die nicht nur einen
Lehrstuhl in der Abteilung für Literatur und Soziologie am Technion
innehat, sondern auch 21 Roman- und Gedichtbände zu ihrem Werk zählt. Preisgekrönte israelische Filme beim Jerusalem Film Festival Produzenten schützen Armut vor, Regisseure klagen über mangelnde Unterstützung
des Establishments für die örtliche Filmindustrie. Die Filme, die beim
diesjährigen Jerusalem Film Festival zu sehen waren, zeigten jedoch, daß
die israelische Filmwelt trotz allem lebendiger, erfinderischer und besser
ist, als je zuvor. Zu den preisgekrönten Filmen, die man demnächst
sicherlich auf internationalen Festivals bewundern kann, gehörte z.B. "Menelik", der mit
dem mit 40.000 NIS dotierten "New Foundation Award for cinema and
television documentary" ausgezeichnete wurde. Der Film von Daniel
Wachsman erzählt die Geschichte eines jungen äthiopischen Einwanderers
am Rande der israelischen Gesellschaft, der an der Central Bus Station von
Tel Aviv lebt und sich mit Diebstählen über Wasser hält.
Der mit 20.000 NIS ausgestattete "Television Drama Award" ging an
Haim Bouzzaglo für seine TV-Serie "Zinzana", einer Serie über
das Leben in israelischen
Gefängnissen. Den begehrtesten Wolgin Award über 160.000 NIS erhielt der Regisseur Arik
Kaplun für sein Meisterwerk "Yannas Friends" (Haverim shel
Yanna). Der Film erzählt die Geschichte russischer Einwanderer, die im
Schatten des Golfkriegs in der schönen, neuen Welt von Tel Aviv landen.
Ein junges Ehepaar wandert aus nicht ersichtlichen Gründen und mit
minimalen Aussichten - sowohl für das Leben im Land als auch für die
eheliche Beziehung - nach Israel ein. Als der junge Mann feststellt, daß
das Leben in Israel kein Honigschlecken ist, fährt er zurück nach Rußland
- angeblich, um Bargeld zu besorgen. Seine schwangere Frau Yanna, die nur
einige Brocken Hebräisch spricht, bleibt einsam und allein in der Wohnung
in Israel zurück. Nach einer Weile wird ihr klar, daß ihr Ehemann sie im
Stich gelassen hat und daß sie ihr Schicksal nun selbst in die Hand
nehmen muß. Nun ist Israel nicht gerade das benutzerfreundliche, sprichwörtliche
Land der Möglichkeiten, Arbeitsplätze sind rar und Gläubiger wachsam.
Die Leute
in Yannas unmittelbarer Umgebung - ein Weiberheld als
Nachnar und eine mürrische alte Jungfer als Vermieterin - wirken fremd
und unnahbar. Doch die Höhen und Tiefen des israelischen Alltags bringen
die Charaktere näher zusammen. Jeder von ihnen hat eine eigene
Geschichte, und jeder sucht Verständnis. Yanna freundet sich schließlich
mit der Vermieterin an, ... und ändert nach und nach ihre Einstellung zum
Positiven. Als ihr ... Ehemann schließlich doch wieder auftaucht, ist sie
für seine emotionale Unreife immun
geworden und bereit, ihr eigenes Leben zu führen. Mit Humor und einigen zu Tränen rührenden Szenen zeigt der Regisseur Arik
Kaplun in diesem Film, in dem seine Frau Evlyn als Schauspielerin zu sehen
ist, die bunte Vielfalt israelischen Lebens aus vielen verschiedenen
Perspektiven. "Yanna's
Friends" wird unter anderem in Hamburg (September) und Warschau
(7.-8. Oktober) zu sehen sein. Chopin-Jubiläum Israel feiert den 150. Todestag Frédéric Chopins mit einer ganzen Reihe
von Veranstaltungen. Die treibende Kraft hinter der Chopin Society in
Israel ist der Pianist Alexander Tamir. Er hat die Gesellschaft - eines
der 47 Mitglieder der International Federation of Chopin Societies -
selbst in den frühen neunziger Jahren gegründet. In aller Welt
veranstalten die Chopin Societies in diesem besonderen Jahr Konzerte,
Festivals, Wettbewerbe, Ausstellungen und andere Events. Den Auftakt zum
israelischen Chopinjahr bildete eine Konzertreihe im Rahmen des Israel
Festivals (s.o.). Als nächstes steht nun ein Wettbewerb auf dem Programm.
In Zusammenarbeit mit dem Jerusalem Symphony Orchestra und dem Ein Karem
Targ Music Center organisiert der israelische Radiosender "Voice of
Music" die Frédéric Chopin Piano Competition. Zwanzig israelische
Pianisten im Alter zwischen 18 und 30 werden für die vom
Erziehungsministerium und dem Bürgermeister von Jerusalem gestifteten
Auszeichnungen um die Wette spielen. Die beiden Vorrunden finden im Targ
Center statt. In der dritten Runde müssen die Finalisten eines von
Chopins Klavierkonzerten zur Begleitung des Jerusalem Symphony Orchestra
vortragen. Das Konzert wird dann live im israelischen Fernsehen übertragen.
Ausgetragen wird der Wettbewerb vom 13. - 23. September. Einzelheiten sind
zu erfragen bei: Kol Israel, Voice of Music, P.O.Box 1082, Jerusalem 91010. Hanoch Levins "Requiem" im Cameri Theater Am 18. August 1999 erlag der bekannte israelische Dramaturg Hanoch Levin im
Alter von 56 Jahren in einem Tel Aviver Krankenhaus seinem Krebsleiden.
Der nachfolgende Artikel ist vor seinem Tod entstanden. Mit kühler Gelassenheit hat sich Israels führender Stückeschreiber mit
seinem neuen Theaterstück "Requiem" mal wieder an das
beunruhigende Thema Tod gewagt. Während Hanoch Levins vorheriges Werk
"Those Who Walk in Darkness" wenigstens noch einen verwirrten
Ausblick auf die menschliche Existenz bot, offeriert "Requiem"
die Möglichkeit, daß der Tod gegenüber dem Leben eine Verbesserung
darstellen könnte. Das Thema des auf drei Geschichten von Anton Chekhov basierenden "Requiem"
zeigt sich besonders deutlich in einer plagenden Szene, in der eine Mutter
ihr totes Baby beweint. Das beerdigte Baby richtet folgende Worte an seine
Mutter: "Ich werde nicht wieder aufstehen, / Warum sollte ich? /
Befreit von Angst, / Sorge
und Schmerz, / Und mein stilles Lächeln / wird mit den Jahren / nur
weiter werden." Einer der anderen Hauptcharaktere des Stückes, ein
alter Mann, dessen Frau verstorben ist, erinnert sich und bereut ihr unglückliches
Leben. "Leben ist Verlust und
Tod - Gewinn. Obwohl dies wahr ist, fühle ich mich
schlecht und bin verbittert: Warum wird die Welt auf diese Weise geführt,
daß das Leben dem Menschen nur einmal gegeben wird
und dann unnütz vergeht?" Die meisten Charaktere in "Requiem haben entweder den Verlust eines
nahestehenden Menschen zu beklagen, oder es sind ignorante Dummköpfe, so
z.B. die Trinker und Prostituierten im Wagen eines verwaisten Kutschers,
dessen Sohn gestorben ist. Der von der obszönen Jovialität seiner
Passagiere bestürzte, einsame Kutscher, stellt niemand geringerem als
seinem stummen Pferd die beständige Frage, wie er nach dem Verlust seines
geliebten Sohnes weiter leben soll. Indem er all diese Fragen offenläßt,
scheint Levin zu versuchen, seine eigene überhöhte Besessenheit mit
der Sterblichkeit zu lindern. "Requiem"
ist seit Mitte März im Cameri Theater in Tel Aviv zu sehen. Clipa - alternatives Theater mit einem Hauch von Klasse Die gleiche Muttersprache haben Idit Herman und Dmitry Tyulpanov nicht, ihre
ist Hebräisch,
seine Russisch. Neben diesem potentiellen
Kommunikationshindernis fällt es den beiden kreativen Theaterkünstlern
zudem nicht leicht, ihre Arbeit zu definieren. Tanz? Theater? Warum sich
entscheiden? Das exzentrische, humorvolle, kommunikative alternative Clipa
Theater ist die Kopfgeburt zweier Schauspieler, die etwas mitzuteilen
haben. Dabei ist es unwahrscheinlich, daß das Publikum das Theater ohne
eine klare Vorstellung von dieser Botschaft verläßt. Fast könnte man annehmen, daß das Fehlen einer gemeinsamen Muttersprache
die Schauspieler dazu gebracht hat, um so mehr auf andere Weise
miteinander zu kommunizieren - und letztlich auch mit dem Publikum. Wie
ließe sich sonst die Tatsache erklären, daß die Geschichte eines
einsamen Bürokraten in einer anderthalbstündigen Aufführung mit nur
zwei Schauspielern und ohne ein gesprochenes Wort das Publikum laut
auflachen oder in tief philosophische Meditation verfallen läßt, je
nachdem, ob ein Hut herunterfällt oder auf mysteriöse Weise aufsteigt?
Wie sonst ließe sich erklären, daß das Publikum sofort versteht, welche
Inspiration hinter dem auf Kafkas Weltanschauung basierenden Stück "Wanted"
steckt? Die Kombination aus tanzähnlichen Bewegungen und der übertriebenen
Geziertheit der Charaktere wird in heftigen Interaktionen zwischen den
Darstellern entfaltet. So beobachtet das Publikum den unglücklichen
Beamten, wie er kämpft, leidet und verzweifelt bei dem Versuch, das
unbesiegbare "System" zu meistern. Erstaunt
sind die Zuschauer von den überraschend einfachen Mitteln, mit denen die
traumähnlichen Bilder bei den Darbietungen des Clipa Theraters ihre Sinne
ansprechen und ihre Phantasie anregen. Ein weiteres Beispiel hierfür
bietet das Stück „Mid-Evil“. Diese Produktion schafft das Unmögliche:
Sie bringt Szenen aus Hyronymus Boschs Bildern auf die Bühne. Durch eine
elegante Kombination aus Bewegung, nonverbaler Kommunikation und
physikalischer Effekte werden hier die Dekadenz, das Durcheinander, die
Entdeckung und das aufgeklärte Wachstum der menschlichen Gesellschaft
porträtier. Vom Enthaupten bis zum Gebären wird alles erstaunlich
realistisch und – trotz der unvermeidlichen ernsten Elemente – mit
Humor dargestellt.
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