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| Januar bis März 99 |
InhaltTREFFEN DER AKADEMIKER FILME THEATER TANZ LITERATUR Orna Porat: Für jede Saison eine Rolle, für jede Rolle eine Saison FRIEDEN SCHAFFEN AUF DER BÜHNE UND IM WIRKLICHEN LEBEN Murder als ein erzieherisches Mittel Israelisch-palästinensischer Experimentalfilm KÜNSTLERISCHER AUSTAUSCH MIT TENNESSEE Neues arabisches Theater Vayishtachu. Vayireh. Israel Ballett Preise, Preise überall Eine etwas andere israelische Biographie Veranstaltungen in Israel Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz |
TREFFEN DER AKADEMIKERJeder kennt das schwierige Verhältnis zwischen Schwarzen und Juden in Amerika, so Tali Samash, zuständig für akademische Angelegenheiten in der Abteilung für kulturelle und wissenschaftliche Angelegenheiten des israelischen Außenministeriums. Eine Initiative des United Negro College Fund (UNCF) und des israelischen Außenministeriums soll helfen, dieses geschichtlich komplexe, problematische Verhältnis zu verbessern. Im Januar diesen Jahres besuchen dreizehn vom UNCF speziell hierfür ausgewählte amerikanische Universitätspräsidenten Israel. Das Programm der Gruppe umfaßt Treffen auf höchster Ebene, besondere Foren und weitere Aktivitäten. Das Ziel, das sich die Initiatoren der bereits zum zweiten Mal stattfindenden Aktion gesteckt haben, ist hoch: Es ist uns extrem wichtig, Beziehungen zwischen israelischen Einrichtungen und US-amerikanischen Schulen, die von Schwarzen besucht werden, zu fördern. Wir hoffen, daß diese Präsidenten die amerikanischen Juden besser verstehen werden, wenn wir Ihnen unsere Situation hier in Israel zeigen. Zehn Tage wird die amerikanische Delegation, der auch die Präsidenten der Howard und der Clark University angehören, in Israel bleiben. Begleitet wird die Gruppe vom Vorsitzenden des UNCF, William Gray, und dem israelischen Konsul für akademische Angelegenheiten in New York, Dan Kutner. Während ihres Aufenthaltes werden die Universitätspräsidenten einige prominente israelische Politiker treffen, so zum Beispiel den israelischen Staatspräsidenten Ezer Weizman und den ehemaligen Premierminister Shimon Peres. Auch die Knessetmitglieder Yossi Beilin und Benny Begin sowie der Sprecher der israelischen Armee gehören zu den Gesprächspartnern. Von akademischer Seite werden die führenden Köpfe von mindestens fünf israelischen Universitäten mit den amerikanischen Kollegen zusammentreffen. Neben diesen wichtigen Treffen stehen Besuche bei israelisch-palästinensischen Gemeinschaftsprojekten und in Integrationszentren für Einwanderer auf dem Programm. Wir werden persönliche Kontakte fördern, die auch in Zukunft Bestand haben können, betont Samash. Dieses Statement steht nicht nur für die Zusammenarbeit mit dem UNCF. Das israelische Außenministerium hat für diesen Winter einige weitere Aktionen geplant, die den akademischen Horizont in Israel erweitern und die internationalen Beziehungen Israels auf akademischem Gebiet vertiefen sollen. Bereits seit sechs Jahren findet jährlich ein besonderer intellektueller Austausch zwischen Israel und jeweils einem anderen Partnerland statt. Begonnen wurde dieser Intellectual Exchange Dialogue vor sechs Jahren mit Japan. Der Partner für den aktuellen Austausch ist Indien. Im Herbst 1997 reiste eine Gruppe israelischer Professoren unterschiedlicher Disziplinen nach Indien, um dort ihre indischen Kollegen zu treffen. Im Februar 1999 besucht nun eine indische Delegation das Truman Institute der hebräischen Universität in Jerusalem, um den Dialog mit den israelischen Partnern fortzusetzen. Geplant sind Diskussionen und vergleichende Studien, die sich mit so unterschiedlichen Bereichen wie Jura, Theater, Wirtschaft, Nahostwissenschaften und Politik befassen. Um auch die israelische Öffentlichkeit an diesem interessanten Austausch zu beteiligen, will man eine Abendveranstaltung für ein breiteres Publikum öffnen. Ähnliche Veranstaltungen sind in der Vergangenheit bereits auf großes Interesse gestoßen. Tali Samash hält verstärkte Kontakte zur internationalen akademischen Welt für essentiell. Sie stellen eine wichtige Bereicherung des intellektuellen Lebens in Israel dar. Eines unserer Hauptziele ist, Akademikern aus anderen Ländern die soziologischen Perspektiven israelischer Kultur, Literatur, Industrie und der Beziehungen zu den Arabern zu zeigen. Kurz gesagt geht es darum, ihnen die Gesichter Israels zu zeigen das Gleiche, was sie für uns tun, wenn die Israelis sie besuchen, erklärt Samash. Wir hoffen zudem, daß die entstehenden persönlichen Kontakte weiter gepflegt werden und daß das Verständnis füreinander die Arbeit beider Gruppen beeinflussen wird. Besonderes Augenmerk wurde auf Länder gerichtet, in denen wenige oder gar keine Kenntnisse über Israel vorhanden sind. Bereits vor vier Jahren begannen Omar Caspi und Ruth Kahnoff von der Südasienabteilung des Außenministeriums in Zusammenarbeit mit der israelischen Botschaft in Beijing damit, chinesische Nahostwissenschaftler für einen akademischen Austausch und Dialog nach Israel zu bringen. Seitdem besucht jedes Jahr eine wechselnde Gruppe chinesischer Professoren eines der wichtigsten israelischen Forschungsinstitute (z.B. das Begin-Sadat Center, Das Jaffa Center für strategische Studien, das Truman Institute for Peace, das Leonard Davis Institute, das Dayan Center). In diesem Jahr findet der Austausch im Februar statt. Die chinesischen Teilnehmer der letzten Jahre kamen von renommierten Forschungseinrichtungen in Beijing, Shanghai und anderen urbanen Zentren. Warum China? China ist heute ein sehr wichtiges Land, insbesondere in seiner Beziehung zum Mittleren Osten. Vor ein paar Jahren wußten die Chinesen noch fast gar nichts über Israel. Wir möchten gerne, daß sie unsere Sichtweise verstehen. Zudem halten wir es für sehr wichtig, ihre Sichtweisen kennenzulernen, erklärt Samash. Zu diesem Zweck schickt das Außenministerium jährlich israelische Dozenten nach China, zumeist an die Universität von Beijing, die dort jeweils drei- bis sechswöchige Seminare über den Mittleren Osten anbieten. Samash hält dies für besonders wichtig, da es in chinesischen Universitäten nur wenige Abteilungen für Nahostwissenschaften gibt. Eine der weitreichendsten und kontinuierlichsten Aktivitäten der akademischen Abteilung des israelischen Außenministeriums ist sicher das Entsenden von israelischen Wissenschaftlern, Dozenten und Professoren ins Ausland, die dort am intellektuellen Leben des jeweiligen Gastlandes teilnehmen sollen. So besuchten Dozenten in letzter Zeit außer China auch Rumänien, Frankreich, Italien, Indien und die Türkei. Zudem werden ausgebildete Hebräischlehrer ins Ausland entsandt, um dort qualitativ guten Hebräischunterricht zu ermöglichen. In vielen Ländern, in denen bisher kein Hebräisch unterrichtet wurde, wird so überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen, diese Sprache zu erlernen. Diese Hebräischklassen, so Samash, bieten zudem eine gute Gelegenheit, etwas israelische Kultur miteinfließen zu lassen. |
FILME |
Neuer Film: Urban FeelUm Liebe und Selbstverwirklichung geht es in Jonathan Sagalls neuem Film Urban Feel. Der düstere, nachdenklich stimmende Film untersucht das Leben von sieben Erwachsenen, die eines gemeinsam haben: sie sind zutiefst enttäuscht und unzufrieden. Robby zum Beispiel fühlt, daß seine Frau ihn nie geliebt hat. Vor lauter Verzweiflung und Einsamkeit beginnt er eine unerfüllte Beziehung zu Nili, die er über eine Kontaktanzeige kennengelernt hat. Auch Nili ist einsam und enttäuscht, weil sie ihre Jugend an einen älteren Mann verschwendet, den sie gleichzeitig liebt und haßt. Robbys Probleme mit seiner Frau Eva verschlimmern sich, als Emmanuel aus dem fernen Osten zurückkehrt. Emmanuel war einmal Robbys bester Freund. Zudem ist er Evas Ex-Liebhaber. Seine Rückkehr bringt Verwirrung in Evas Leben und zerstört alles, was Robby an Familienleben noch geblieben war. Zerrissen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, isolieren sich Eva und Emmanuel von ihrer Umwelt und entfremden sich von ihren Angehörigen. Zwischen den erwachsenen Hauptfiguren des Films, die sich ständig gegenseitig betrügen, steht der unschuldige Jonah, Evas achtjähriger Sohn. Er ist kein Kind der Liebe, im Grunde könnte jeder der drei Männer sein Vater sein. So symbolisiert der kleine Jonah all die unglücklichen Beziehungen im Leben seiner Mutter Eva. Der Film Urban Feel wurde beim Haifa Film Festival mit dem ersten Preis ausgezeichnet und erhielt gleich zwei Israeli Film Academy Awards. Produziert wurde er von Eyal Shiray, David Mandil, Michael Tapuach und Jonathan Sagall. |
THEATER |
Das Haifa Theater unternimmt internationale ProjekteNach einer erfolgreichen Tournee durch Osteuropa, baut das Haifa Theater weiterhin euphorisch an seinem internationalen Ruf. Seit Mitte Oktober letzten Jahres beteiligt sich das Haifa Theater an einem Projekt des Dionysius Center in Rom, gemeinsam mit Schauspielern aus Italien, Frankreich, Ungarn und eines palästinensischen Theaters. Im Juni 1999 wird die Gruppe mit den Proben zu einem neuen Stück von Slobodan Snajder, das auf Boccacios Decameron basiert und im Jahr 2000 Premiere feiern soll. Unter der Regie von Paolo Magelli sollen Aufführungen in jedem der teilnehmenden Regionen stattfinden, die Israelpremiere wird in Akko sein. Im Lasa Ukraina Theater in Kiev führte das Haifa Theater im Oktober 1998 das Stück Teybele and her Demon auf. Die Darbietung war so erfolgreich, daß die Truppe im Anschluß daran von der ukrainischen Theaterverwaltung zu einer Tournee nach Odessa und Kharkov eingeladen wurde. Ende November reiste dann die Lasa Ukraine Company für eine Sondervorstellung von Edna Mazias Stück Games in the Back Yard nach Haifa. Regie führte Oded Kottler. |
TANZ |
Vorhang auf!Die besten israelischen Tänzer des Modern Dance präsentierten auf dem jährlichen Herbstfestival der Bewegung und der Kreativität ihre neuen Produktionen. So tanzten Liat Dror und Nir Ben Gal, die wir in unserer letzten Ausgabe vorstellten, zum ersten Mal in Israel The Dance of Nothing. Diese hypnotisierende Bewegungssequenz verläuft in thematischen Kreisen und ist mit Handlungen durchzogen, die für eine Tanzaufführung eher untypisch sind. So wechseln die Tänzer auf der Bühne die Kostüme, backen Brot und stellen Umarmungen und Kämpfe dramaturgisch dar. Eine für Tanzdarbietungen eher ungewöhnliche Thematik war Grundlage für das neue Originalwerk von Noa Dar, Eyezaurus Frida. Das Werk, das man durchaus als historisches Drama bezeichnen kann, erzählt das Leben der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo. Kahlos traumatisierenden physischen Gebrechen und ihr stürmisches Gefühlsleben werden mit Hilfe von Tanz und Phantasie dargestellt. Auch die komplexe Beziehung zu ihrem Ehemann, dem Künstler Diego Riviera, wird thematisiert. Weitere Neuheiten auf dem Festival waren Tamar Borers Hara, ein von Japan inspiriertes, fast meditatives Werk, und Yossi Yungmans Duologue. |
LITERATUR |
Doppelausgabe von ArielAnläßlich des 50. Geburtstags des Staates wurde das kulturelle Leben Israels ausgiebig gefeiert. Mit einer Doppelausgabe des vierteljährlich erscheinenden Kulturmagazins Ariel: The Israel Review of Arts and Letters sollen die Ereignisse nun unvergeßlich gemacht werden. Israels Dichter, Künstler und Denker haben zum Umfang des neuen Hefts beigetragen. Es beinhaltet unter anderem Übersetzungen von hebräischen Kurzgeschichten und Gedichten, eine bewegende Beschreibung der Unterzeichnung der israelischen Unabhängigkeitserklärung und einen Kommentar zum jüdischen Staat aus historischer Perspektive. Ein israelischer Künstler bietet zudem eine Analyse der bildenden Kunst in Israel. Passend dazu werden in einer Fotogalerie neue israelische Skulpturen in Farbe gezeigt. Erhältlich ist das neue Magazin bei der israelischen Botschaft und den Konsulaten. |
Orna Porat: Für jede Saison eine Rolle, für jede Rolle eine SaisonNachdem sie die Rolle und das Kostüm einer dominierenden, querulanten Mutter abgelegt hat, braucht Orna Porat bis zum Erscheinen in der Bühnentür (nach drei Ovationen) genauso lang, wie der letzte Zuschauer, um den Saal zu verlassen. Sieht man diese in die Jahre gekommene Schauspielerin, die soeben in The Beauty Queen, einer Produktion des Beersheba Theaters, gemütlich in einem Café in der Nähe des Theaters sitzen, fällt vor allem auf, wie unglamourös sie eigentlich erscheint. Die Vierundsiebzigjährige Porat sieht in ihren Jeans und T-Shirt und mit ihrem locker nach hinten gebundenen Haar eher aus wie eine enthusiastische Großmutter (das ist sie auch), die gerade von einer Schultheateraufführung ihrer Enkelkinder zurückkommt, als wie die Grand-Dame des israelischen Theaters. Besonders mag sie am Theaterspielen das An- und Ablegen von Rollen. Ich kann so viele verschiedene Leben ausleben und immer noch ich selbst bleiben, erklärt Porat, die in vier verschiedenen Sprachen versiert ist. Ohne Mühe spielt sie in Hebräisch, Englisch, Deutsch und Jiddisch. Die Schauspielerin mit der Vorliebe für ernste Rollen für Drama, das etwas aussagt hat von Jean dArc über Elektra bis hin zu Maria Stuart bereits sämtliche tragischen Charaktäre der Weltliteratur dargestellt. Ein halbes Jahrhundert umfaßt mittlerweile ihre Karriere auf der Bühne in etwas kleinerem Ausmaß auch im Film. Porat, die sich bei Weitem nicht auf dem Abstellgleis befindet, ist davon überzeugt, das das Schauspielern mit dem Alter immer besser wird. Ich bringe die Erfahrungen eines ganzen Lebens mit auf die Bühne, sowie die Einstellung, daß ich mich nicht mehr selbst beweisen muß. In meinem Alter was machts da schon, wenn ich keinen Erfolg habe, bemerkt sie mit humorvollem Glitzern in den Augen. Erfolgreich war sie natürlich schon längst. Fast wie eine Einkaufsliste hört sich die Liste der Preise an, mit denen sie ausgezeichnet wurde so lang ist sie. Bereits 1979 erhielt Orna Porat den Israel Preis, 1983 den Israel Theater Critics Award. Der Kinor David wurde ihr gleich dreimal überreicht, außerdem eine Auszeichnung der Knesset und ein Bnai Brith Award, um nur einige zu nennen. Die Bar Ilan University und das Weizmann Institute verliehen der Schauspielerin die Ehrendoktorwürde. In Haifa erhielt sie den Haifa Universitys Humanitarian Award of Merit. Für ihr Lebenswerk wurde Porat 1997 mit dem Israel Theater Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Bei einem Glas Weißwein beschreibt Orna Porat ihre Wandlung von einer in Deutschland geborenen Protestantin zu einer der führenden Persönlichkeiten in Israels Theaterwelt. Geboren wurde sie als Irena Klein in Köln. Dort studierte sie auch Drama. Nach dem Krieg hatte sie jedoch nur noch einen Wunsch: Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen. Fast wie ein Märchen klingt die Geschichte vom Kennenlernen ihres Mannes Yaacov Porat (damals noch Joseph Fruter). Da Deutschland nach dem Krieg noch von den Alliierten besetzt war, mußte sich die Schauspielerin einer Befragung durch einen britischen Geheimdienstoffizier unterziehen, um das Land verlassen zu können. Der besagte Offizier selbst ursprünglich in Deutschland geboren wurde ihr Ehemann. 1947 immigrierten die Porats nach Israel. Nachdem ihre Bewerbung um die Mitgliedschaft in einem Kibbutz abgelehnt worden war, ließen sie sich in Tel Aviv nieder. Orna konvertierte zum Judentum und die beiden adoptierten zwei Kinder. Während Yaacov für den israelischen Geheimdienst arbeitete (Er war der beste Schauspieler. Niemand konnte glauben, was er hinter seinen unschuldigen Augen verbarg.), startete Orna ihre Bühnenkarriere und wurde 1949 festes Mitglied des Cameri Theater Ensembles. Während der frühen Jahre des Staates war Theater ein kollektives Unternehmen, erinnert sich Porat mit einem gewissen nostalgischen Sehnen. Keiner wurde bezahlt und jeder sorgte für jeden. Eine zynische Stichelei in Richtung dessen, was Porat als die heutige professionelle Hund-frißt-Hund-Welt der Verträge und der Egos bezeichnet. Als ihr Israel Bonds 1956 nach einem dreimonatigen Fundraising in den USA einen Bonus von 5000 $ überreichte, gab sie den Scheck einfach an das Cameri Theater weiter. Ihre sozialistischen Prinzipien hat Orna Porat niemals aufgegeben. Unter der Aufsicht des Erziehungsministeriums gründete sie 1970 das nationale Kinder- und Jugendtheater, das 19 Jahre lang unter ihrer Leitung stand. Dies war ihr Weg, die Herzen und den Verstand aller Kinder zu berühren, betont sie. Das Orna Porat Kinder- und Jugendtheater ein perfektes Erziehungsmittel erreicht mit seinen gesellschaftsbewußten, moralisch orientierten Stücken jährlich 400.000 Kinder in 250 Städten und Dörfern in Israel. Ein schwerer Schlag für die Schauspielerin war der Tod von Yaacov Porat vor zwei Jahren. Er war mein strengster Kritiker und mein begeistertster Fan, seufzt Porat, die irgendwie die innere Kraft gefunden hat, weiter zu machen. Zweimal in der Woche treibt sie Sport. Wenn es das Wetter erlaubt, geht sie täglich um 6.30 im Meer schwimmen. Neben der Arbeit an ihrer Autobiographie, steht sie weiter auf der Bühne und vor der Kamera. Soeben wurden die Dreharbeiten zu White Lies abgeschlossen ein israelischer Film, in dem Porat eine Holocaust-Überlebende spielt. Bald beginnen die Proben zu Two Sisters, einem jiddischsprachigen Theaterstück, das ebenfalls auf dem Holocaust basiert. Es stammt aus der Feder ihrer Tochter Lital. Neben der Schauspielerei ist Ornas größte Leidenschaft das Reisen. Sie war bereits in Süd- und Nordamerika, in Alaska, Ostasien und Europa. Zehn Tage verbringt sie jeden Winter in den Alpen. Ich liebe das Geräusch beim Laufen in frisch gefallenem Schnee, die Farben der Eiszapfen ... die frische Luft, die Ruhe, sagt sie träumerisch, fast schon entrückt. Ach, es ist so schön. (Nach einem Artikel von Shelley Kleiman) |
FRIEDEN SCHAFFEN AUF DER BÜHNE UND IM WIRKLICHEN LEBENNachdem sie die Rolle und das Kostüm einer dominierenden, querulanten Mutter abgelegt hat, braucht Orna Porat bis zum Erscheinen in der Bühnentür (nach drei Ovationen) genauso lang, wie der letzte Zuschauer, um den Saal zu verlassen. Sieht man diese in die Jahre gekommene Schauspielerin, die soeben in The Beauty Queen, einer Produktion des Beersheba Theaters, gemütlich in einem Café in der Nähe des Theaters sitzen, fällt vor allem auf, wie unglamourös sie eigentlich erscheint. Die Vierundsiebzigjährige Porat sieht in ihren Jeans und T-Shirt und mit ihrem locker nach hinten gebundenen Haar eher aus wie eine enthusiastische Großmutter (das ist sie auch), die gerade von einer Schultheateraufführung ihrer Enkelkinder zurückkommt, als wie die Grand-Dame des israelischen Theaters. Besonders mag sie am Theaterspielen das An- und Ablegen von Rollen. Ich kann so viele verschiedene Leben ausleben und immer noch ich selbst bleiben, erklärt Porat, die in vier verschiedenen Sprachen versiert ist. Ohne Mühe spielt sie in Hebräisch, Englisch, Deutsch und Jiddisch. Die Schauspielerin mit der Vorliebe für ernste Rollen für Drama, das etwas aussagt hat von Jean dArc über Elektra bis hin zu Maria Stuart bereits sämtliche tragischen Charaktäre der Weltliteratur dargestellt. Ein halbes Jahrhundert umfaßt mittlerweile ihre Karriere auf der Bühne in etwas kleinerem Ausmaß auch im Film. Porat, die sich bei Weitem nicht auf dem Abstellgleis befindet, ist davon überzeugt, das das Schauspielern mit dem Alter immer besser wird. Ich bringe die Erfahrungen eines ganzen Lebens mit auf die Bühne, sowie die Einstellung, daß ich mich nicht mehr selbst beweisen muß. In meinem Alter was machts da schon, wenn ich keinen Erfolg habe, bemerkt sie mit humorvollem Glitzern in den Augen. Erfolgreich war sie natürlich schon längst. Fast wie eine Einkaufsliste hört sich die Liste der Preise an, mit denen sie ausgezeichnet wurde so lang ist sie. Bereits 1979 erhielt Orna Porat den Israel Preis, 1983 den Israel Theater Critics Award. Der Kinor David wurde ihr gleich dreimal überreicht, außerdem eine Auszeichnung der Knesset und ein Bnai Brith Award, um nur einige zu nennen. Die Bar Ilan University und das Weizmann Institute verliehen der Schauspielerin die Ehrendoktorwürde. In Haifa erhielt sie den Haifa Universitys Humanitarian Award of Merit. Für ihr Lebenswerk wurde Porat 1997 mit dem Israel Theater Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Bei einem Glas Weißwein beschreibt Orna Porat ihre Wandlung von einer in Deutschland geborenen Protestantin zu einer der führenden Persönlichkeiten in Israels Theaterwelt. Geboren wurde sie als Irena Klein in Köln. Dort studierte sie auch Drama. Nach dem Krieg hatte sie jedoch nur noch einen Wunsch: Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen. Fast wie ein Märchen klingt die Geschichte vom Kennenlernen ihres Mannes Yaacov Porat (damals noch Joseph Fruter). Da Deutschland nach dem Krieg noch von den Alliierten besetzt war, mußte sich die Schauspielerin einer Befragung durch einen britischen Geheimdienstoffizier unterziehen, um das Land verlassen zu können. Der besagte Offizier selbst ursprünglich in Deutschland geboren wurde ihr Ehemann. 1947 immigrierten die Porats nach Israel. Nachdem ihre Bewerbung um die Mitgliedschaft in einem Kibbutz abgelehnt worden war, ließen sie sich in Tel Aviv nieder. Orna konvertierte zum Judentum und die beiden adoptierten zwei Kinder. Während Yaacov für den israelischen Geheimdienst arbeitete (Er war der beste Schauspieler. Niemand konnte glauben, was er hinter seinen unschuldigen Augen verbarg.), startete Orna ihre Bühnenkarriere und wurde 1949 festes Mitglied des Cameri Theater Ensembles. Während der frühen Jahre des Staates war Theater ein kollektives Unternehmen, erinnert sich Porat mit einem gewissen nostalgischen Sehnen. Keiner wurde bezahlt und jeder sorgte für jeden. Eine zynische Stichelei in Richtung dessen, was Porat als die heutige professionelle Hund-frißt-Hund-Welt der Verträge und der Egos bezeichnet. Als ihr Israel Bonds 1956 nach einem dreimonatigen Fundraising in den USA einen Bonus von 5000 $ überreichte, gab sie den Scheck einfach an das Cameri Theater weiter. Ihre sozialistischen Prinzipien hat Orna Porat niemals aufgegeben. Unter der Aufsicht des Erziehungsministeriums gründete sie 1970 das nationale Kinder- und Jugendtheater, das 19 Jahre lang unter ihrer Leitung stand. Dies war ihr Weg, die Herzen und den Verstand aller Kinder zu berühren, betont sie. Das Orna Porat Kinder- und Jugendtheater ein perfektes Erziehungsmittel erreicht mit seinen gesellschaftsbewußten, moralisch orientierten Stücken jährlich 400.000 Kinder in 250 Städten und Dörfern in Israel. Ein schwerer Schlag für die Schauspielerin war der Tod von Yaacov Porat vor zwei Jahren. Er war mein strengster Kritiker und mein begeistertster Fan, seufzt Porat, die irgendwie die innere Kraft gefunden hat, weiter zu machen. Zweimal in der Woche treibt sie Sport. Wenn es das Wetter erlaubt, geht sie täglich um 6.30 im Meer schwimmen. Neben der Arbeit an ihrer Autobiographie, steht sie weiter auf der Bühne und vor der Kamera. Soeben wurden die Dreharbeiten zu White Lies abgeschlossen ein israelischer Film, in dem Porat eine Holocaust-Überlebende spielt. Bald beginnen die Proben zu Two Sisters, einem jiddischsprachigen Theaterstück, das ebenfalls auf dem Holocaust basiert. Es stammt aus der Feder ihrer Tochter Lital. Neben der Schauspielerei ist Ornas größte Leidenschaft das Reisen. Sie war bereits in Süd- und Nordamerika, in Alaska, Ostasien und Europa. Zehn Tage verbringt sie jeden Winter in den Alpen. Ich liebe das Geräusch beim Laufen in frisch gefallenem Schnee, die Farben der Eiszapfen ... die frische Luft, die Ruhe, sagt sie träumerisch, fast schon entrückt. Ach, es ist so schön. (Nach einem Artikel von Shelley Kleiman) |
Murder als ein erzieherisches MittelIn zwei seperaten Projekten soll das Cameri-Theater demnächst das Stück Murder vor palästinensischen sowie israelisch-jüdischen und israelisch-arabischen Jugendlichen aufführen. Für die Sondervorstellungen des harten, sehr eindringlichen Stücks über israelisch-arabische Beziehungen erhielt das Theater spezielle finanzielle Unterstützung. Die Europäische Union fördert Aufführungen in israelisch-arabischen Städten für jüdisches und arabisches Publikum. Im Anschluß an die Vorstellung sollen jeweils Dialoge stattfinden. Ein zweites Projekt wird von amerikanischen Juden unterstützt. Im Rahmen dieses sechsmonatigen Projekts wird Murder in Tel Aviv vor jüdischen und palästinensischen Jugendlichen gezeigt. Die palästinensischen Zuschauer werden eigens von den palästinensischen Behörden ausgewählt und per Bus nach Tel Aviv gebracht. Der Direktor des Cameri-Theater, Noam Semel, hofft, daß die Theateraufführungen und anschließenden Diskussionen zu einem friedlichen Verhältnis zwischen jungen Israelis und Palästinensern beitragen können. |
Israelisch-palästinensischer ExperimentalfilmEin Wort, das das Alltagsleben in israelischen und in palästinensischen Gemeinden treffend beschreibt, ist Stress. Ein gemeinsames Filmprojekt des Peres Center for Peace und des palästinensischen Center for Regional Studies trägt die Bezeichnung Stress daher als Titel. Im Rahmen des von der norwegischen Regierung unterstützten Projektes entstanden zwei Kurzfilme, die das Leben in den beiden Welten darstellen. Geschaffen wurden die jeweils 26-minütigen Filme von den Regisseuren Duki Dror und Rashid Mashrawi. In ausgiebigen Gesprächen übten die beiden sowohl künstlerische als auch persönliche Koexistenz. Ihre stilistisch unterschiedlichen Filme zeigen sehr eindrucksvoll aus sich ergänzenden Perspektiven das Leben in den parallelen Welten. Mashrawi schuf mit seinem Film Stress eine Collage aus Bildern aus den palästinensischen Gebieten, die gefühlvoll und zum Teil wortlos die sprachlich oft nicht zu beschreibenden sozialen, ökonomischen und politischen Dimensionen der palästinensischen Lebenskrise darstellen. Duki Drors Film An Ordinary Day zeigt den ganz normalen Arbeitstag eines Taxifahrers, dessen Alltagsgespräche sich um die gegenwärtigen Ereignisse, um Politik und um das Leben seiner Fahrgäste drehen. Der israelische Regisseur versucht so die tägliche Wirklichkeit beider Welten darzustellen, die sich zwischen Hoffnung und Angst, Wut und Chaos bewegt. Nach der Premiere in Israel wurden die Filme im Dezember 1998 beim Los Angeles Israeli Film Festival gezeigt. Im Laufe des Jahres 1999 werden sie bei diversen internationalen Filmfestivals zu sehen sein. |
KÜNSTLERISCHER AUSTAUSCH MIT TENNESSEEViel mögen sie nicht gemeinsam haben ein Bildhauer aus dem uralten Jerusalem und ein Maler aus Tennessee, dem Heimatstaat Elvis Presleys. Dennoch haben sich eine israelische und eine amerikanische Gruppe von Künstlern aufgemacht, das Leben der jeweils anderen zu erforschen. Sie glauben fest daran, daß kultureller Austausch die Kreativität anregt. Das Programm wurde vom Ministerium für Erziehung, Kultur und Sport und vom Außenministerium einschließlich der Kulturattaché in Atlanta, Ruth Mekel in Zusammenarbeit mit Bennett Tarleton von der Tennessee Art Commission ins Leben gerufen. Im Oktober konnten so sechs israelische bildende Künstler ihre Kollegen in Tennessee besuchen. Das Programm des zehntägigen professionellen Austausches umfaßte unter anderem Vorträge, Studiobesuche, Touren und sogar etwas Unterhaltung. Im Gegenzug reisten dann sieben amerikanische Künstler aus dem tiefen Süden der USA für eine ähnliche Erfahrung nach Israel die meisten von ihnen zum ersten Mal. Der persönliche Kontakt wurde bei dem Austausch großgeschrieben. Jeder der israelischen Künstler erhielt einen amerikanischen Partner mit ähnlichen künstlerischen Interessen. Begleitet wurde dieser persönliche Austausch durch ausgiebige historische und kulturelle Exkursionen, die nach Aussage der Teilnehmer dabei halfen, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erhellen. Was aber haben die Künstler und mit ihnen die Gesellschaften in Israel und dem tiefen amerikanischen Süden gemeinsam? Austausch hat meine Arbeit, die sich stark mit Leben und Tod auseinandersetzt, in besonderer Weise beeinflußt. Mein letzter Austausch war mit Deutschland. Nach Israel zu kommen, ist wie die Gegenseite der Geschichte zu sehen, erklärt der amerikanische Installations- und Holzkünstler Richard Painter. Sein Austauschpartner war der visuelle Künstler Haim Maor, der vor allem die Photographie als Medium nutzt. Yehudit Sasportas-Koriat, eine israelische Bildhauerin und Dozentin an der Bezalel Schule für Kunst und Design, ist begeistert: Als wir in Tennessee waren, haben wir einen wunderbaren Dialog geführt. Ich habe eine Vorlesung im Studio gehalten und eine Meisterklasse unterrichtet. Die Welten sind so verschieden, daß es fast beängstigend ist, aber wir treffen uns auf der künstlerischen Ebene. Andere fanden, daß schon allein das Miterleben des Alltags ihrer Künstlerkollegen in Übersee ihnen ein Gefühl der Verbundenheit vermittelte. Wir hatten viel gemeinsam, obwohl es von außen betrachtet nicht so aussehen mag, z.B. darin, wie wir die verschiedenen Gruppen unserer Gesellschaft behandeln, reflektiert Ibrahim Nubani, ein arabisch-israelischer Künstler. Mikki Tropper hielt die Teilnahme am täglichen Leben seines Austauschpartners Greg einschließlich Ausflügen in das Nachtleben Tennessees eher für einen kritischen Aspekt der Reise; andere meinten, daß gerade dieses Element den Gastgebern ermöglichte, ihre eigene Gesellschaft in einem neuen Licht zu betrachten. Sylvia Hyman, eine der führenden Keramikerinnen Tennessees fand die Besuche in individuellen Wohnstätten inspirierend. Der Besuch in Mikkis Kibbutz brachte mich dazu, ihn als Künstler zu verstehen. Auch Yehudit wurde von dem, was sie in Tennessee gesehen hat, inspiriert: Ich arbeite jetzt an einem Projekt mit dem Titel Elvis Presleys Kitchen! Was ist das Ergebnis eines solchen Austausches? Das sichtbarste Ergebnis ist der Wunsch, berufliche Quellen zu kombinieren. Yehudit schlug einen Lehraustausch zwischen den Kunstdozenten der Gruppe vor. Außerdem ist bereits eine gemeinsame Ausstellung in den USA geplant. Eine solche Ausstellung könnte ältere Werke der Künstler zeigen. Andere Mitglieder der Gruppe hatten die Idee, gemeinsam neue Kunst zu schaffen. Wir müssen die Ziele des Programms weiter verwirklichen, indem wir zusammenarbeiten und das Wissen, das wir voneinander erworben haben, nutzen, um etwas völlig Neues auf unseren Gebieten der Kunst zu schaffen. Eine solche Ausstellung könnte in verschiedene Richtungen gehen. Die Künstler waren davon fasziniert, jedes der beiden Länder durch die Augen der anderen betrachten zu können und zudem Ähnlichkeiten in ihrer jeweiligen Geschichte festzustellen. Sowohl Israel als auch die USA sind Einwanderungsländer, beide scheinen ein großes Potential zu haben. Aber das Hauptziel der Künstler ist, ihr gemeinsames kreatives Potential zu verwirklichen und den Eindruck dieses und hoffentlich zukünftiger Projekte weiter wirken zu lassen. |
Neues arabisches TheaterSchon seit dem Altertum hat Jaffa eine arabische Gemeinde. Seit neuestem gibt es dort auch ein arabisch-sprachiges Theater. Gegründet wurde es von einigen engagierten professionellen Schauspielern, Regisseuren und Administratoren, die mit ihrer Initiative vor allem eine jüdisch-arabische Zusammenarbeit anstreben. Im Nov. '98 wurde als erste Produktion eine Übersetzung von Lyle Kesslers Orphans auf die Bühne gebracht. Aufgeführt wurde es von den drei arabisch-israelischen Schauspielern Sohil Hadad, Dirar Saliman (der Übersetzer des Stücks) und Norman Issa. Regie führte der jüdische Israeli Yigal Ezrati, das Design stammte von Uri On. Einer der Hauptunterstützer des neuen Theaters ist die Stadt Tel-Aviv-Jaffa. Jaffa war einst eine kulturelle Metropole im Nahen Osten ... Fünfzig Jahre nach der Gründung Israels versucht diese Künstlergruppe, das künstlerische Schweigen zu brechen ... und das Fundament für ein professionelles arabisches Theater in der kulturellen Hauptstadt Israels zu legen. Orphans in Jaffa erzählt die Geschichte zweier Waisen, die alleine in ihrer Familienwohnung leben. Der ältere der beiden sorgt durch Diebstahl für ihren Lebensunterhalt. Seinem jüngeren Bruder hat er beigebracht, daß es zu dessen Schutz nötig sei, nie das Haus zu verlassen. Als schließlich ein erwachsener Fremder selbst ein Vollwaise aus der Außenwelt in ihr Leben tritt, geraten die Grundpfeiler ihrer fragilen Existenz ins Wanken. Die Grenzen zwischen den Jungen und der Außenwelt treten deutlich hervor und werden schließlich auf schmerzvolle Weise zerschmettert. Die Kritiker waren begeistert. Das Stück ist fesselnd, was auf der Bühne passiert, ist sehr inhaltsreich ... die Helden drücken Veränderungen in ihrem Leben und ihrem Verhalten aus und stellen die Tragödie einer Existenz dar, die zwischen zwei Kulturen gefangen ist, schrieb einer von ihnen. Die Aufführung war das Werk von Teatron Mekomi (Lokales Theater), einer Gesellschaft, die unter der Aufsicht des neuen Theaters arbeitet. In Zukunft werden im neuen arabischen Theater von Jaffa laut Issa vor allem original arabische Stücke auf die Bühne gebracht. |
Vayishtachu. Vayireh.Rina Yerushalmis Interpretation verblüfft weiterhin die Theaterfans. Kürzlich feierte das Itim Ensemble unter ihrer Leitung mit Vayishtachu. Vayireh. (Und sie verbeugten sich. Und er sah.), dem zweiten Teil ihres Bibelprojekts, in Israel Premiere. Bereits der erste Teil Vayomer. Vayelech. (Und er sprach. Und er ging.), der auf Geschichten aus der Torah (den fünf Büchern Mose) basiert, war international erfolgreich. Vayishtachu. Vayireh. hat einen entschieden aktiveren Unterton mit seinen dramatischen teilweise absurden Umsetzungen unterschiedlicher Geschichten aus den Büchern der Könige und der Richter. Die Darbietung beginnt mit der Regierungszeit König Sauls, der Text wird aus der Sicht Samuels erzählt. In einer beeindruckenden Kampfszene wird die Geschichte von David und Goliath dargestellt. David wird dabei durch eine Clownfigur, Goliath durch eine monströse, in Leder gekleidete Frau auf Stelzen repräsentiert. Nach Darstellungen von Geschichten zur Regierungszeit Davids, der Geschichten von Amnon und Tamar, David und Bathsheba, sowie der Zerstörung Jerusalems endet die Show schließlich mit der Thematisierung der babylonischen Gefangenschaft. |
Israel BallettDas Israel Ballett, dem Tanzen alleine anscheinend nicht ausreichte, bot in der letzten Saison Preise, trojanische Krieger und sogar einen Film. Unter der Leitung seiner langjährigen Direktorin und Gründerin Berta Yampolski beweist das Ballett weiterhin sowohl in der vergangenen als auch in der laufenden Saison große Kreativität. Auch international wächst sein Ruf, wie eine Einladung zu einem Kunstfestival zeigt, das im Mai 1999 in Ankara stattfinden soll. Ecstasy heißt das neueste Premierenstück des Balletts. Dieses von Yampolski choreographierte Werk repräsentiert den Stil des späten zwanzigsten Jahrhunderts mit seiner pulsierenden Percussionsmusik und glänzenden, stahlgrauen, geometrisch designten Kulissen und Kostümen. Auf der Bühne findet ständiger Dialog zwischen Rhythmus und Bewegung statt, während die Gruppe der Tänzer immer wieder in Stücke zerfällt, um sich dann harmonisch wieder zu vereinen. Zu den Stücken der letzten Saison gehörten zudem La Valse, das bereits 1958 von George Balanchine vom New York City Ballet choreographiert wurde, und Trojan Games, ein Stück des britischen Choreographen Robert North. Die kommende Saison verspricht eine neue Originalpremiere von Yampolski und das brasilianische Stück Tangoneon von Antonio Gomez. Wer nicht ins Ballett gehen kann, sollte sich zumindest den Film ansehen. In einem Dokumentarfilm hat die Truppe nämlich ihren Besuch in China festgehalten. Mother Cin-derella (China heißt auf Hebräisch Sin) ist ein Film, der das Leben von Tänzern einer international anerkannten Company beschreibt. Vom Ministerium für Erziehung, Kultur und Sport wurde Yampolski, deren unendliche Energie und Kreativität sich immer wieder in den Aktivitäten des Balletts offenbaren, kürzlich mit einem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die Choreographin, die früher nur Solostücke schuf, wurde damit besonders für die erfolgreiche künstlerische Leitung der Company geehrt. Vor allem betonte man den großen nationalen und internationalen Erfolg, den die Gruppe mit Produktionen erzielte, für die Yampolski eigens die Choreographie schrieb. |
Preise, Preise überall |
Preise des Erziehungsministeriums für bildende KunstPreise für israelische plastische Kunst verlieh das Ministerium für Erziehung, Kultur und Sport in diesem Jahr an eine Gruppe von Künstlern. Für die Serie Giornata wurde der minimalistische Maler Larry Abramson ausgezeichnet, dessen Werke in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt wurden zuletzt bis Mitte Mai im Museum for Fine Art in Boston. Eine weitere Preisträgerin ist die Multimedia-Künstlerin Hila Lulu Lin, die viel Humor und Ironie in ihre Werke einfließen läßt. Ihr Videowerk One Spoonful of Sugar wurde während des letzten Jahres in Paris und im Tel Aviv Artists Studio gezeigt. Auch der moderne Videokünstler Avner Ben Gal und Uri Katzenstein, der Schöpfer von Sky Dub (ein Werk aus Plastik) und Bird of Paradise (aus verschiedenen Materialien) erhielten einen Preis. Michael Sagen-Cohen wurde für seinen Triptychon Wings geehrt. Die Werke der Preisträger waren bis 2. Januar in einer Sonderausstellung im Herzliya Museum zu sehen. |
Habamah-Studenten stehlen die ShowBei internationalen Festivals in Zagreb und Lublijana erhielten die Studenten der Habamah School of Visual Theater hohe Auszeichnungen. Das Stück I Murdered Tommy der Habamah-Studenten Miriam Salzberg und Tzippor Fromkin wurde beim Pif Festival of Puppet Theater, das bereits seit 31 Jahren jährlich in Zagreb stattfindet, ausgezeichnet. Die Leiterin der Schule wurde auf diesem Festival für ein Sonderpreis für die Präsentation des besten künstlerischen Programmes verliehen. Auch beim internationalen Festival in Lublijana erhielt die Delegation der Schule einen Preis. |
Deutscher Preis für Zvi AvniDer im Abstand von drei Jahren verliehene Kulturpreis der Saar ging dieses Jahr an Zvi Avni, einen Komponisten, der während der letzten Jahre zahlreiche Auszeichnungen und viel Anerkennung für seine öffentliche und erzieherische Rolle geerntet hat. Bei der Verleihung des mit 15.000 DM dotierten Preises, die im Februar in Saarbrücken stattfand, wurden einige seiner Werke aufgeführt. Erst letzten November war Avni in Israel mit dem Primeministers Life Achievement Award ausgezeichnet worden. |
Eine etwas andere israelische BiographieAls Gideon Weigert 1933 aus Deutschland nach Israel immigrierte, war er gerade 15 Jahre alt. Im Jugenddorf Bet Shemesh hatte er bald Kontakt zu den arabischen Bewohnern der Nachbardörfer. Zudem lernte er Pesah Bar-Adon kennen, einen Mann, der einige Jahre mit Beduinen gelebt und deren Kultur und Sprache studiert hatte. Der junge Gideon Weigert begann, sich mit der arabischen Kultur auseinanderzusetzen und die arabische Sprache zu lernen. Unter den zahlreichen Menschen, deren Bekanntschaft er im Laufe der Zeit machte, ist auch der bekannte arabische Pädagoge Khalil al-Sakini. Während des zweiten Weltkrieges war Weigert Student an dem von Sakini gegründeten College in Jerusalem. Bereits damals schrieb er für mehrere arabische Zeitungen, ab 1945 verfaßte er für die Palestine Post, die Vorgängerin der Jerusalem Post, Artikel in englischer Sprache. Mit seinen exzellenten Kenntnissen der arabischen Sprache und Kultur wurde er Korrespondent für arabische Angelegenheiten. Kürzlich hat Gideon Weigert nun ein spannendes Buch herausgebracht, in dem er von seinem Leben mit den arabischen Bewohnern Palästinas und Israels berichtet. Das Buch My Life with the Palestinians ist in englischer Sprache in Jerusalem erschienen (The Jerusalem Times Library, 104 Seiten). Eine Übersetzung in deutscher Sprache ist bereits geplant. |
Veranstaltungen in IsraelMärz 1999 17.-20.3. New Israeli Documentary Film Festival Rosh Pinnah The Society for the Restoration of Rosh Pinnah 21.-28.3. Expedition in the Search of the Violins Ancient Roots Desert Delegations on Peace Routes T. 00972-7-6239905 F. 00972-7-6233176 25.3. The Annunciation Eine festliche Parade und ein einmaliges Konzert Nazareth The Nazareth Municipality T. 00972-6-6459250 F. 00972-6-6554502 April 1999 5.-7.4. Ostern The Sacra Music Festival Ein festliches Programm liturgischer Musik Kirchen in Nazareth The Nazareth Municipality T. 00972-6-6459250 F. 00972-6-6554502 Pessachwoche Festival of Music and Dance Bet-Guvrin-Höhlen The Tourism Association Yoav Yehuda T. 00972-8-8502240 F. 00972-8-8500712 Pessachwoche 1st International Documentary Film Festival (besonderer Schwerpunkt auf dem Jahr 2000) Cinemathek, Tel Aviv T. 00972-3-6917181 F. 00972-3-6962841 April Naturwanderungen und Kunstveranstaltungen (besonderer Schwerpunkt auf dem Jahr 2000) Qumran, die Taufstätte, Totes Meer The Megilot Regional Council T. 00972-2-9943222 F. 00972-2-9943223 April Chihuly - In the light of Jerusalem - Große Eröffnung. Eine einzigartige Ausstellung von Glaskunstwerken des weltbekannten amerikanischen Glaskünstlers Dale Chihuly Jerusalem Tower of David Tower of David Museum T. 00972-2-6265333 F. 00972-2-6283418 April Tuba Zangaria Festival Beduinisches Folklorefestival Tuba Zangaria, Galiläa Upper Galilee Tourism Association T. 00972-6-6936751 F. 00972-6-6936750 4.-6.4. Stone in the Galilee Internationale Ausstellung und Symposium der Skulptur Maalot Westgaliläa Western Galilee Tourism Association T. 00972-4-9806537 F. 00972-4-9806468 4.-6.4. Golan Classical Festival Musik und Kunst im Golan Golan, Golan Tourism Association T. 00972-6-6962885 F. 00972-6-6963630 3.-5.4. Misgav Music and Nature Days Festival Musik und Wanderungen im Herzen der Natur, Misgav, Westgaliläa Golan Tourism Association T. 00972-6-9902311 F. 00972-6-9902315 April Ein-Gev Music Festival Original israelische Shows kombiniert mit Jazzvorführungen Kibbutz Ein-Gev Kibbutz Ein-Gev Kinnarot Music Center T. 00972-6-665810 F. 00972-6-6658888 |
Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der SchweizFebruar 1999 8.-26.2. Und immer noch sehe ich ihre Gesichter Fotografien jüdischer Lebenswelten in Polen vor der Shoa Ehemalige Kassenhalle im Münchner Rathaus Tel.: 089-221253 19.2. Ausstellung - 22 Künstler aus Haifa, Künstlerinitiative Projective Mainz, Rathaus Stadt Mainz Tel.: 06131-122000-2001 27.-28.2. Konzert des Ensembles Timna Brauer und Elias Meiri Wien, Stadthalle März 1999 8.-10.3. Tagung: Im Hause züchtig, draußen mächtig? Frauen und Gender im aschkenasischen Judentum Tel.: 0203-379-2281 17.3. Konzert des Ensembles Timna Brauer und Elias Meiri, Salzburg 18.-19.3. Konzert des Ensembles Timna Brauer und Elias Meiri, Linz 20.-21.3. Tanzworkshop mit Dudu Barzilai, München, Israelisches Tanzhaus Tel. 089-7241445 25.3. Konzert des Ensembles Timna Brauer und Elias Meiri, Graz April 1999 April Haifa Symphony Orchestra Konzerttournee Deutschland Termine unter Tel.: 07733-3256 14.-15.4. Konzert des Ensembles Timna Brauer und Elias Meiri, Tulln 27.4. Konzert des Ensembles Timna Brauer und Elias Meiri, Wien 28.4. Konzert des Ensembles Timna Brauer und Elias Meiri, St. Pölten |
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