Blickpunkt Israel

Inhalt

DISKUSSIONS-TOURNEE GASTIERT IN ISRAEL
Die Funken fliegen wenn der ZIK in der Nähe ist
Spiel es noch einmal, Ivgi
Filme
Rina Yerushalmi
Die friedliche Welt der Kunst
Beit HaGefen beteiligt sich an neuer Produktion
Frieden durch Erziehung
"Sesam Straße" auf Sendung
Neuauflage eines israelischen Klassikers: "Er wanderte durch die Felder"
JIDDISCHES THEATER: ZEHN JAHRE, VIELE FEIERLICHKEITEN
Neue Möglichkeiten der Kunsterziehung
"Sabotage Baby"
Der 13. Internationale Harfenwettbewerb
Israeli im Finale im Bernstein Wettbewerb
Kibbutz Dance Company führt zum 5o. Geburtstag auf
Eröffnung: Die Kunst des Holocaust
Preise
Internet Fiesta
Aishet Hayil in Israel
TANZ
LITERATUR

 

DISKUSSIONS-TOURNEE GASTIERT IN ISRAEL

So unbeständig und dynamisch wie die israelische Gesellschaft und die Israelis selbst sind, ist es kaum verwunderlich, daß die hebräische Sprache noch nicht einmal eine befriedigende Entsprechung für das Wort 'Debatte' hat. Jeder, der israelische politische Talkshows mitverfolgt hat, weiß, daß Debattieren sich sehr häufig zu einem lauten und ausgedehnten Schimpfen über das anstehende Thema entwickelt. Hunderte israelische Schulkinder werden eine andere Seite des Bildes sehen, wenn sie an den Wettbewerbsübungen für Debatten teilnehmen, die als 10. Weltmeisterschaften der Schuldebatten vom 29. Januar - 6. Februar in Israel stattfinden. Dieser Wettbewerb ist weltweit das wichtigste Ereignis im Bereich Diskussion und Rhetorik, und es ist nicht nur das erstemal, daß er in Israel stattfindet, sondern es ist überhaupt das erstemal, daß er in einem nicht englischsprachigen Land ausgetragen wird. 26 Nationen werden zur Teilnahme erwartet, dies läßt aus der Veranstaltung die größte in seiner zehnjährigen Tradition werden. Unter den teilnehmenden Ländern sind solche, die die Diskussion als lange und wichtige Tradition auch als Teil des Schulcurriculums pflegen, wie Neuseeland, Irland und Kanada. Andere haben 'Debattieren' erst kürzlich eingeführt und in kürzester Zeit einen sehr hohen Standard erreicht, wie u.a. Argentinien, Lithauen, Peru, Singapur, Tschechische Republik, Israel. Neue Teilnehmer beim diesjährigen Wettbewerb sind Kroatien, Belarus, Estland, Zypern, Bulgarien, Slowakai, Slowenien und Moldavien. Der Wettbewerb findet in Jerusalem statt, die Vorentscheidungen werden jedoch in Schulen in ganz Israel ausgetragen. Einige hundert Schüler werden die Kunst des Debattierens zum ersten mal erleben und werden hoffentlich dazu angeregt werden, selbst auch in die Welt des Debattierens einzutreten, sowohl in Englisch als auch in Hebräisch. Das Halbfinale wird in der Jerusalemer Stadthalle ausgetragen und von Ehud Olmert, dem Bürgermeister von Jerusalem geleitet. Die Endausscheidung findet in der Knesset statt, an der der Sprecher der Knesset Dan Tichon teilnehmen wird. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Siah VeSig, der israelischen Diskussionsgesellschaft. Sie war vor 9 Jahren mit dem Ziel gegründet worden, die Kunst des öffentlichen Redens, der Rhetorik und der Diskussion in Israel auf allen Stufen zu fördern, in Grund-, Mittel- und Oberschulen, sowie in Universitäten und der Armee: als ein grundsätzliches Hilfsmittel der Demokratie. Tausende israelischer Studenten haben Debattierkurse sowohl in Englisch als auch in Hebräisch belegt. Seit 1990 nimmt Israel an ausländischen Debattier-Wettbewerben teil und 96 hat das Team den sechsten Platz in Australien belegt. Dieses Jahr will das israelische Team seine Vorstellung auf Heimatboden verbessern. Der Präsident der Siah VeSig und gleichzeitig Initiator des Wettbewerbs ist Asher Weill.

Einzelheiten über den Wettbewerb kann man von ihm per Fax erbitten: 00972-2-6437502 oder per e-mail (debasher @ netvision net il)

 

Die Funken fliegen wenn der ZIK in der Nähe ist

Wahrscheinlich hat niemand jemals diesen Jungs verboten mit Streichhölzern zu spielen, als sie Kinder waren, denn sie sind seither zu ausgewachsenen Pyromanen geworden, die aufbauen und abbrennen, abbrennen und aufbauen, alles zum Zwecke der Kunst. Wahrscheinlich ist die ZIK-Gruppe (ZIK bedeutet "Funke" in hebräisch) eine der ungewöhnlichsten Erscheinungen der zeitgenössischen israelischen Kulturszene.

Sie trotzen jeder Klassifikation: Skulpturen, Vorführkunst, Straßentheater, Zirkus. Mit Einflüssen des Futurismus, Dadaismus und des Freigeistes der 60er Jahre. Eine Sache ist sicher, sie sind auf einem stetig weiterführenden Weg, der ihre Arbeit in neue unbekannte Sphären führt. Die sechs Mitglieder von ZIK (alle männlich) arbeiten seit 1985 zusammen und haben alle eine Ausbildung in plastischer Kunst. Die meisten haben in der Bezalel Academy für Kunst und Design graduiert. Typisch israelisch, waren sie auch alle Fallschirmjäger. Von daher bis hierhin sieht ihre Entwicklung vielleicht etwas ungewöhnlich aus, aber ihre militärische Ausbildung hilft ihnen gut bei den schweren Aufgaben, die sie mit der Konstruktion durchführen müssen. Die artistische Bruderschaft arrangiert Vorführungen, die ihre industriellen Skulpturen und Aktionen in die wirkliche Zeit integrieren, z.B. Konstruktion, Interaktion und dann manchmal das Niederbrennen ihrer Kreation. Außerdem schließen sie auch Musik und Film in ihre Multi-Media-Erlebnisse ein. In den letzten 10 Jahren haben sie jährlich zwei neue Vorstellungen produziert, die meist draußen auf offenen Plätzen stattfanden. Es dauerte einige Tage, die gigantischen Skulpturen aufzubauen und sie dann in einem Freudenfeuer und einem Wirbel von Feuerwerken niederzubrennen. Es war berauschend und kostenlos für die Mengen. Ein Turm, eine hölzerne menschliche Figur, Heuschrecken aus Metall, ein Chamäleon, eine Gottesanbeterin oder ihr Markenzeichen die Fliege sind häufige Bilder, die ZIK benutzt und niederbrennt. In Innenräume umgesiedelt ist ZIK's letzte Arbeit vielleicht weniger spektakulär aber dafür intellektueller und komplizierter. Die vier Elemente ­ Feuer, Luft, Erde und Wasser ­ sind die Grundlage für ihre letzte Produktion "Enerzik", die für das letzte Israel-Festival komponiert wurde. Die einstündige Arbeit wird als Collage von Eindrücken, hervorgerufen und musikalisiert an verschiedenen Orten in der Vorstellungs-Sphäre, beschrieben. Das Publikum verfolgt die Künstler, oder Handwerker, wie jeder an seinem Teil des Ganzen arbeitet. Sie werden von einer originalen Musikpartitur begleitet, die live auf einem Riesenklavier gespielt wird. Das Gefäß ist das zentrale Motiv in "Enerzik", ein wiederkehrendes Bild, das "formalen und materiellen Transformationen in wahrer Zeit unterliegt. "Das Gefäß ist aus Ton geformt und löst sich in Wasser auf, in Blei gegossen, mit einem Gasbrenner geschmolzen und in eine zweidimensionale Mulde gegossen, auf einer Leinwand aus rieselndem Sand, erhitzt in einem Brennofen auf 1000 Grad C und in einem Wassercontainer aus Plastiktüchern abgekühlt. Vom Rohmaterial bis zu einem fertigen Stück Kunst zeigt das ZIK-Laboratorium den Herstellungsprozeß in seiner ursprünglichsten Form.

Zuhause haben sie am Israel-Festival, Acco Fringe Theater Festival, am International Jerusalem Film Festival und anderen Ereignissen teilgenommen. Außerdem hat ZIK seine konstruktiven Wundertaten auf der ganzen Welt vollbracht. Sie traten in Deutschland, Rußland, England, Schweden und Brasilien auf. Für die bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten zum 50. Geburtstag Israels arbeiten sie an einem neuen Stück in Zusammenarbeit mit dem Haifa Symphonie Orchester. Sie sagen, ihre Arbeit "aktiviert bildhauerische Strukturen, die wie Maschinen funktionieren in einer Industrie die Ästhetik produzieren" ­ eine Zusammenfassung von ZIK in Worten zu schaffen ist fast unmöglich.

Lang lebe der Geist, der Funke-ZIK.

 

Spiel es noch einmal, Ivgi

Es ist schon schwer, sie nicht zu vergleichen. Weder der israelische Schauspieler Moshe Ivgi noch Woody Allen sind echte Aushängeschilder. Sie sind beide ­ bitte kein Euphemismus hier ­ klein und Ivgis zugegebene neurotische Fixierung auf Gesundheit hat eine alte Allen ­ Drehbuch Verbindung dazu. Aber meistens ist es die Rolle, die sie spielen. Ivgi, der an die 20 Filme gemacht hat, spielt oft wie ein Allen ­ ähnlicher ahnungsloser Liebhaber mit schmierigen Haaren, der mehr Zeit schlafend auf dem Wohnzimmersofa seiner Mutter verbringt, als in einem Boudoir einer schlüpfrigen femme fatale. Meister des Antihelden, so sagt Ivgi, seine Charaktere sind weniger soziale Mißbildungen, als mehr komplexe Persönlichkeiten mit sehr menschlichen und wiedererkennbaren Schwächen: Der Anführer des Yuppie Kults, der zuviel Geldschulden hat ("Shuroo" 1990); der gefangene Reservesoldat, der einfach nur nach Hause möchte ("Cup Final" 1991); den Geschäftsmann, den keiner ernst nimmt ("The Revenge of Itzik Finkelstein" 1993) und der besessene Liebhaber der eine örtliche Legende wird ("Lovesick on Nana Street" 1995"). Ivgi schreibt viel von seinem Erfolg seiner ungeheuren Fähigkeit zu, sich mit seinen Charakteren und seinem Publikum zu identifizieren. Er interessiert sich nicht für mythische Stoffe oder Fabeln (obwohl er sehr wohl seine eigenen Helden hat: Dostojevsky und Chekhov; Anthony Hopkins und Robert De Niro).

Wie er an seinem Croissant kaut ("einfach, ohne Schokolade"), in einem In-Cafe in Tel Aviv, geht etwas so Gesundes und Unbeschwertes, etwas so Gewöhnliches von diesem Mann aus, der doch mehr Preise und Auszeichnungen als irgendein anderer einheimischer Star erhalten hat. (Einmal wurde vorgeschlagen, die israelischen Akademiepreise sollten Ivgi-Preise genannt werden). Er ist einer der fleißigsten Schauspieler Israels, sowohl auf der Bühne, als auch auf der Leinwand. Er prahlt sogar mit seinem Vorstadtleben, da er gerade mit seiner Frau Orit und seiner kleinen Tochter Ella von Tel Aviv nach Zichron Yaàkov in einer bildschönen Hügellandschaft südliche von Haifa gezogen ist ("heimzukommen ist wie in Urlaub zu fahren").

Seine Energiereserven scheinen den Gesetzen der Physik zu trotzen. Er beantwortet die meisten Fragen noch ehe sie gestellt sind und hat über Elternschaft genau soviel zu sagen ("es ist ein bißchen unverantwortlich, Kinder in diese chaotische Welt zu setzen"), wie auch über israelische Kultur ("es gibt keine: nur Einkaufszentren") und seine Lieblingsübeltäter, die derzeitige Regierung, ("wir mögen ein kluges Volk sein, aber wir sind eine dumme Nation"), genauso wie er über seine Schauspielkarriere spricht.

Er wurde 1953 in Casablanca geboren und seine Familie wanderte nach Migdal Haemek, einer kleinen verarmten Stadt in Nordisrael ein, als er noch nicht drei Jahre alt war. Ivgi stammt von einer langen Reihe von Musikern und Künstlern ab. Er sagt, er habe das reiche kulturelle Leben, das seine Familie in Marokko gelebt hat, aufgesaugt ("Erziehung hört sowieso im Alter von drei Jahren auf"). "Irgendetwas ist fremd an mir," sagt er, als ob er sich zum erstenmal im Spiegel anschaut.

Er besucht eine religiöse Landwirtschaftsoberschule, weil seine Familie glaubte, er sei für das Rabbinat bestimmt und nicht für die Bühne. Dann diente er in der Panzerbrigade. (Als Reservist unterhält er die Truppen, indem er seine Filme vorführt). Dann verbrachte er drei Jahre in einem Theaterstudio. In dieser Zeit lernte er sehr schnell, daß die ernsthaften Rollen immer an Schauspieler mit aschkenasischer/europäischer Abstammung vergeben wurden. Weil er seinen Traum nicht aufgegeben hatte, den er hegte, seit er vier Jahre alt war, gründete er seine eigene Truppe, nämlich das "Gypsy-Theater", welches er von 1980-86 leitete und auch mitspielte.

Ivgi hatte ein kurzes Gastspiel in London. 1989 verließ er Schicksal und Fans und versuchte einige englisch-sprachige Rollen in einem Fringe Theater am West-End, die er aber mit Fensterputzen unterstützen mußte. Als Multitalent hat er auch als Postbote, Barbesitzer (er besaß eine sehr erfolgreiche Kneipe in Tel Aviv) und als Einkommensteuergehilfe gearbeitet. Kürzlich hat Ivgi ein eigenständiges Monodrama für das Fernsehen beendet, das sich auf die letzten Tage von Menachem Begin stützt ("wenn er auch nicht mein politischer Busenfreund war, so war er doch Israels letzter echter Demokrat"). Außerdem beendete er die Dreharbeiten für die israelisch - deutsch -schweizerische Koproduktion von "Der Dybbuk im heiligen Apfelfeld". Der neueste israelische Film "Game over" wird in Kürze freigegeben. Dort spielt er einen Polizisten, der vor seiner Pensionierung steht. Neben den Arbeiten für den neuen Film steht er nun auch auf der Bühne des Stadttheaters Haifa und spielt "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" von Brecht. Ivgi gibt zu, daß er einen kleineren Kampf führen muß, um nicht als Typenschauspieler abgestempelt zu werden. "Dies ist nicht Hollywood, wo man Platz hat für seine Clint Eastwoods und John Waynes", sagt Ivgi, dem es nicht leid tun würde, wenn man eine Nische für ihn in der Hauptstadt des bewegten Films finden würde ("bitte gegenüber Meryl Streep").

"Vielleicht wird es geschehen, vielleicht auch nicht," fügt er hinzu und bleibt philosophisch damit einverstanden, daß er nie einverstanden ist.

 

Filme

 

Israelische Oscars ehren Almagor

Gila Almagor war die Gewinnerin 1997 der Preisverleihungen der Israelischen Film Akademie im November für ihr Lebenswerk. Sie wurde geehrt für ihre 41 Jahre der Beiträge zu Film u. Theater in Israel, sowie ihre Gemeinde- und Freiwilligendienste. 'Afula Express' erhielt mehr Preise als irgend ein anderer Film, einschließlich den für den besten Direktor und für die beste Schauspielerin (Esty Zakheim). Assi Dayan gewann den Preis für den besten Schauspieler für seine Rolle in Mr. Baum.

 

Neue Filme veröffentlicht:

"The Dybbuk of the Holy Apple Field" (Hadybbuck bes'de ha'tapuach hakadoschim): Hauptthema: Der allgegenwärtige Konflikt zwischen Liebe und den strengen sozialen Grenzen ist das Setting für diese mystische Geschichte, die auf S. Anskey's klassischem Stück basiert. Mitten aus dem Herzen des heutigen Meah Shearim führt Dybbuck durch die Schwierigkeiten von Hanan und Lea, die beide damit haben, ihre Liebe zu vollziehen, und zwar gegen die Zwänge, die jeder von ihnen in einer starren Umgebung mit genau abgesteckten Rollen erfährt. Mystische emotionale Kräfte, die an die Zeit der Romantik erinnern, bringt sie zu einem Höhepunkt, an dem Liebe die Grenzen zum Tod erreicht. Der Film wurde auf dem Haifa Film Festival im Oktober gezeigt. Es ist eine Koproduktion der Schweizer Firma "Condor Films", der deutschen "Fidibus Film" und des israelischen " Zodiak Films". Dybbuk ist für eine Reihe von Tourneen in Europa 1998 vorgesehen. Direktor ist Yossi Somer.

 

Minotaur

Thema: Eine Liebesgeschichte voller besessener Leidenschaft, die mit der Verantwortung des tatsächlichen Lebens korreliert. Der Hauptcharakter von Minotaur ist ein Mossad-Agent, dessen Leben eine Verstrickung von Intrigen und internationalen Aufträgen ist. Der Film basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Benjamin Tammuz, in der der mittelalte Spion seine Leidenschaft zu einem weitaus jüngeren Mädchen durch anonyme Kontakte über viele Jahre hinweg ausdrückt. Seine Gefühle korrespondieren mit ihren Versuchen, seine Identität mit der Suche nach Liebe, die er ihr anbietet, zu finden. Dan Turgeman führte Regie und spielt in dem Film, der von Cinema Pardess produziert wurde. Außerdem spielt Mili Avital mit.

 

Rina Yerushalmi

Die Bibel in ihrem Hinterkopf

 

Am Anfang war der Text. Und Rina Yerushalmi sah, daß er gut war und erfand in ihrer Phantasie ein Stück. Und es kam zur Aufführung und die Kritiken und das Publikum befanden es auch für gut. Befanden es für sehr gut. Tatsächlich für so gut, daß "VaYomer VaYelech" ("und er sagte und er ging"), Yerushalmi's Bearbeitung der ersten fünf Bücher des Alten Testaments zur Bombenkritik schon in Deutschland, Österreich und Holland aufgeführt wurde und im Februar nach Australien, im März nach USA und im August zurück nach Deutschland kommen wird. So gut, daß sie weiterhin die hiesigen Theaterbesucher verzaubert. Dies ist keine Extravaganz a` la Charleton Heston. Yerushalmi, eine der führenden Theaterdirektoren Israels, fügt nicht ein Wort zum Originaltext hinzu, sondern schafft nur ihre eigene Anordnung und erforscht das menschliche Verhältnis zu Gott, mit sich selbst und mit seinem Volk. Die 12 Schauspieler des Itim-Ensembles ("für die 12 Stämme", schlägt Yerushalmi vor) machen die Bibel lebendig, sie erzählen nach, singen, rezitieren und tanzen und es wird zu einem Dialog zwischen dem Menschen des 20. Jahrhunderts und dem antiken Text. Für Yerushalmi ist der Dialog der Schlüssel zu gutem Theater. "Schauspieler müssen mit dem Publikum sprechen und nicht mit sich selbst", fordert sie, die schon vom Musical über Beckett bis zu den Tragödien Shakespeares Regie geführt hat. Sie besann sich auf ihre Wurzeln und entdeckte in der Bibel die ultimative Schrift: "Es ist nicht die persönliche Schrift eines Autors, es ist jedermanns Text ­ biographisch, national und vollständig zugänglich".

"Theatererfahrung muß etwas Universelles sein", erklärt Yerushalmi: es ist ein Ort, (eben nicht eine Therapeuten-Couch), an dem spirituelle Ausgrabungen gemacht werden. "Es ist die Verantwortung des Theaters, den Horizont des Zuschauers zu weiten, und ihn über die sozialen und politischen Einengungen täglicher Existenz hinaus zu bringen".

Eine kühne Frau, die persönliche Fragen abblockt und Theater sehr ernst nimmt. Und das sollte sie auch. Sie wurde vor fast 60 Jahren in Afula geboren und wuchs in Haifa auf. Ihre ursprüngliche Berufung war Tanz. Sie tanzte seit sie vier Jahre alt ist, bis sie mit 18 Jahren zur Armee ging. Wegen einer Halsverletzung, die sie sich beim Tanz zugezogen hatte, änderte ihre Richtung und schrieb sich nach der Armee in der Londoner Royal Academy of Dramatic Art ein. Als sie in den 60er Jahren nach Israel zurückkehrte, spielte, sang und inszenierte sie für Direktor Giora Godik und assistierte anschließend dem Bewerbungspionier Moshe Feldenkreis. Sie studierte Theater in Europa und Japan und unterrichtete an der Carnegie Mellon University (wo sie ihren MFA erhielt) und an der NY Universität. Sie lebte und arbeitete in mehr Ländern als die meisten Menschen je in einem Menschenleben bereisen. Deshalb ist das urväterliche Wandern aus VaYomer irgendwie auch ihre persönliche Metapher.

 

Sie weigert sich über Abschiede zu sprechen. Sie sagt, sie hat nie auch nur ein einziges Mal ihr Heimatland verlassen: "Man nimmt immer mit was man ist". 1988 wurde Israel wieder einmal ihre Station, als sie das Itim-Theater gründete. Eine experimentelle Theatergruppe unter dem Schirm ­ dennoch künstlerisch unabhängig ­ vom Cameri- Theater. "Vayomer" ist die vierte Produktion von Itim; ihr "Hamlet" wurde 1990 mit dem Margolit-Preis (Israels "Tony") gekrönt, der für den besten Direktor und die beste Produktion vergeben wird. "Woyzeck" erhielt 1991 den Halevi Preis für die beste Produktion, sowie für Yerushalmis Verdienste für das Theater. 1994 war "Romeo und Julia" die erste israelische Produktion, die im Barbican unter der Schirmherrschaft der Royal Shakespeare Company aufgeführt wurde. Die nächste Produktion von Itim wird bald geprobt, sie ist eine Fortsetzung von Yerushalmis Bibelprojekt. Es geht um die Distanzierung Gottes vom Menschen und dem schneller werdenden menschlichen Materialismus, basierend auf den Propheten und späteren biblischen Texten. "Es geht um ständiges Versagen auf beiden Seiten," sagt Yerushalmi. Sie plant die Premiere vorsichtig für August, ist aber immer noch unsicher über den Ausgang. "Vielleicht mit einer Art Wiederentdeckung oder Wiedererfindung Gottes", überlegt sie als ausgesprochener Säkularist. Yerushalmi hat ein irgendwie symbiotisches Verhältnis mit der Bühne, einzigartig mit ihrem Theaterverständnis. Es ist alles oder nichts.

Wenn man sie fragt, wie sie ihre Freizeit gestaltet, scheint sie ernsthaft verblüfft: "Was zu tun? Es gibt keine Zeit, in der ich nicht am Theater arbeite". Für sie ist Theater und Erholung ein und das selbe. "Ich teile mein Leben nicht in festgelegte Kategorien". Irgendwelche Lieblingskünstler, Musiker? Es fällt ihr keiner ein. Was ist mit Büchern? Wiederum fragt sie noch einmal nach.

Nicht schwer zu raten, die Bibel steht ganz oben auf der Liste.

 

Die friedliche Welt der Kunst

Die künstlerische Welt von Jordaniern, Libanesen, Ägyptern und Israelis war in einer festlichen Ausstellung unter der Schirmherrschaft von König Hussein in Aman vereint, die zu dessen Geburtstag stattfand. Die Arbeiten von 11 israelischen Künstlern, die das Israel- Museum ausgesucht hatte, teilten sich die Fläche mit Kunstwerken von 10 jordanischen Künstlern, einem Ägypter, einem Libanesen und einem Iraker. Die israelische Gruppe bestand aus Arabern und Juden, wie Michael Ullman, Moshe Ninio, Ziyad al-Zahar und Nadia Kaderi Abu-Senan. Der Israeli Ibrahim Nubani gewann den ersten Preis bei der Ausstellung. Sarit Shapira, die Kuratorin des Israel Museums für den israelischen Teil dieser Ausstellung, kommentierte, "die israelischen Arbeiten zeugen von einem tiefen Verständnis der sozialen und kulturellen Strukturen und Prozesse der Umgebung, in welcher die Künstler leben... sie finden ihre Berechtigung genau in Augenblicken der Konfusion und Finsternis."

 

Beit HaGefen beteiligt sich an neuer Produktion

Scheich Daher el-Omar träumt davon, die Welt zu verändern. Und zwar in "El-Bab El Ali" ("The Last Night of Dahar El-Omar") der neuen Produktion des Jordanischen Dramatikers Hisham Yumis (von dem Komödien-Duo "Nabil und Hisham"). Das Stück ist eine historische Fiktion, die die großartige Vision des Scheichs aus dem 18. Jahrhundert beschreibt, daß Frieden und Koexistenz zwischen Juden, Arabern und Moslems im Nahen Osten herrschen. Friedensvisionen beschreiben ebenso den Kontext der Produktion des Stückes. In einer multikulturellen Veranstaltung ist das Stück in einer israelisch-jordanisch-palästinensischen Zusammenarbeit produziert worden, unterstützt von der EU und aufgeführt für die Israelis im Beit HaGefen Theater in Haifa. Es wird durch die palästinensischen Gebiete und Jordanien mit jeweils 20 Aufführungen reisen. Beit HaGefen lädt Theaterliebhaber ein, sich über ihre neusten Veranstaltungen im Internet zu informieren.

http://www. netvision.net.il/beit-ha gefen

 

Frieden durch Erziehung

Wissenschaft

Neue Modelle zur Friedenserziehung sind in Bearbeitung: Das "Ort Braude International" für Technologie in Karmiel schafft Koexistenz durch höhere Bildung. Das voll anerkannte, 10 Jahre alte College plant das erste Stipendium für jordanische Hochschulstudenten, die in Israel studieren möchten. Diese Bemühungen sind ein Präzedenzfall für fortschreitende Beziehungen zwischen den Bewohnern. Sie wurden initiiert von Jonathan Lyons, einem britischen Philanthrop, der das Programm mit dem Schulpräsidenten Phinas Shwinger ausarbeitete. Lyons stiftete Stipendien für 4 jordanische Studenten, die das College bis zu einem Abschluß nach vier Jahren plus einem zusätzlichen Jahr für das Erlernen der hebräischen Sprache besuchen können. König Hussein unterstützt das Programm und es kann nun schon im Herbst 98 beginnen. Shwinger sagt: "Wir wollen zeigen, daß es über den formalen Friedensprozeß zwischen den Regierungen hinaus auch einen informellen Prozeß gibt". Er beschreibt das Ziel des Programms als "Frieden durch Erziehung".

 

Kunst

Koexistenz im Bereich der höheren Bildung ist auch das Ziel des Meshulash Colleges in Baka al-Garbiyyeh, wo am 10. Dezember das erste akademische Jahr begann. Meshulash hat ein Programm für jüdische und arabische Studenten ausgearbeitet, das der Bevölkerung der Region dienen soll. Die Schule wird in Zusammenarbeit des arabischen Direktors Alif Sharakiyyeh und der jüdischen akademischen Direktorin, Dorit Zilberman, einer Schriftstellerin und Kritikerin, geführt. Die Eröffnung des Colleges wurde durch die internationale Unterstützung der Clark University und der New England University in den USA möglich. Im ersten Jahr will Meshulash Kurse in den schönen Künsten, Sprachen, Literatur und Computer anbieten, alles mit der Politik, die Koexistenz unterstützt, Toleranz lehrt und Gleichheit zwischen den Bewohnern propagiert.

 

"Sesam Straße" auf Sendung

Die amerikanisch-israelisch-palästinensische Kooperation, die die Sesamstraße für den Nahen Osten erarbeitete, hat 60 neue Folgen produziert, die in der kommenden Saison in Hauptzeiten im Zweiten Kanal des israelischen Bildungsfernsehens gezeigt werden. Die Kindersendung ist so konzipiert, daß Themen der Toleranz und des Friedens angesprochen und alle kulturellen Facetten innerhalb der israelischen Gesellschaft repräsentiert werden.

 

Neuauflage eines israelischen Klassikers: "Er wanderte durch die Felder"

Die Novelle von Moshe Shamir wurde zum erstenmal in den 40er Jahren als Theaterstück verfaßt und ist nun zum vierten Mal in der Geschichte Israels neu aufgelegt worden. Über die letzten 50 Jahre hinweg ist das Stück zu einem theatralischen Symbol der idealistischen Jahre des israelischen Lebens geworden. Die Generation der Kibbutzjugend ist ihren Eltern, den Pionieren, die den Kibbutz aufgebaut haben und die bereits Nostalgie für ihre alten Tage sind, gegenübergestellt. Archetypen, die Israels Sozialgebilde ausmachen: Palmach-Mitglieder, Kibbutzniks und Kriegsflüchtlinge. Sie kommunizieren in tiefemotionalen Szenen, die Israels innere und äußere Schwierigkeiten während seiner Gründungsjahre widerspiegelt. Der gutgewählte Zeitpunkt der Neubearbeitung zum 50. Jahrestag Israels zeigt einen "magischen Hauch des jungen Theaters... Das Stück zeigt eine neue Möglichkeit, das innerste Geheimnis des Lebens aufzudecken", so Moshe Shamir. Gadi Inbar leitet die Produktion des Stadttheaters Beer Sheva, in der Sharon Tsur und Erfat Rayten spielen. Die Orginalmusik schrieb Popstar Meir Banai.

 

JIDDISCHES THEATER: ZEHN JAHRE, VIELE FEIERLICHKEITEN

Jahrzehntelang war jiddisches Theater das geliebte Symbol für die europäische jüdische Kultur der alten Welt. Mit der Wiederbelebung des Interesses an jiddischer Kultur in den letzten Jahren ist auch das Theater zu neuem Leben erwacht. Beweis dafür ist Israels "Yiddishpiel", das seinen 10. Geburtstag feiert, mitten in einer Fahne von Preisen und neuen Produktionen. "Jiddisches Theater ist nicht nur Theater", sagt der Theaterdirektor Shmuel Atzmon, "es ist auch die jiddische Seele, Intelligenz und der Humor. Die Menschen haben festgestellt, daß mit dem schweren Verlust des europäischen Judentums auch der Verlust eines gewaltigen kulturellen Erbes einhergegangen ist. Wir haben bewiesen, daß es wieder auferweckt werden kann". Die letzte Produktion des Produktion des Yiddishpiels "Sandar Blank" wurde vor 100 Jahren von Sholem Aleichem geschrieben und Michael Luria führt Regie. Shmu-el Atzmon selbst spielt die Hauptperson in dieser Familienkomödie aus der jüdischen Mittel- bis Oberschicht in Rußland. Nicht nur jüdisches Publikum, sondern das Theaterpublikum in Österreich insgesamt, war von dem Stück begeistert. "Sandar" wurde nach Österreich eingeladen und wird während 98 wiederum nach Wien, aber auch in die USA, nach Australien, Italien und Deutschland kommen. Im späten Dezember hat Yiddishpiel eine brandneue Produktion mit dem Titel "Allein ist Die Neshama Rein" (Nur die Seele bleibt rein) präsentiert. Es ist eine Ein-Mann Stand-up Show. "Die erste dieser Art in jiddisch, und besser als Jackie Mason", so Atzmon. Sie feiert 40 Jahre Schauspiele von Jakob Bodo und 20 Jahre im jiddischen Theater. "Yiddishpiel" hat auch den renomierten Itzik Manger-Preis für jiddische Kultur gewonnen. Drei weitere Figuren aus Literatur und Lehre wurden mit dem Preis ausgezeichnet, wobei "Yiddishpiel" der Gewinner für den Theaterbereich war. Die Preise wurden in einer besonderen Zeremonie übergeben, bei der auch zwei kleine Präsentationen gegeben wurden, die beide von Itzik Manger waren.

 

Neue Möglichkeiten der Kunsterziehung

Die führende Kunstschule Israels, die Bezalel Academy of Arts and Design hat neues Leben in ihr 90jähriges Programm gebracht. Die Schule hat ihr erstes Jahr des Postgraduierten-Programms für Künstler abgeschlossen, die Entwicklungskreativität gewählt hatten. Es ist eingerichtet worden, "um die optimale Umgebung für Forschung, Kritik und kreative Entwicklung junger Künstler" zu schaffen. Das Programm richtet sich an Graduierte im Fachbereich Kunst, zwei Jahre unabhängig von persönlichen Lehrern in einem Studio zu arbeiten und an workshops und allgemeinen Studien teilzunehmen. Dieses Programm ist ein Vorreiter für die weiteren großen Pläne von Bezahel, nämlich im Jahr 98 ein Masters Programm für schöne Künste zu etablieren. Dies ist auch schon vom israelischen Council for Higher Education genehmigt .

 

"Sabotage Baby"

Im Dezember hatte die neueste Kreation der Bat Sheva Dance Company mit dem Titel " Sabotage Baby" ihre Premiere. Die Produktion folgt dem traditionellen Avantgarde-Stil der Gruppe. Die Premiere kombinierte wilde Kostüme, Kreative Beleuchtung, Choreographie von Ohad Naharin und Musik von zwei holländischen Musikern. Insgesamt zeigt die Arbeit "Überraschung nach Überraschung". Während des Winters wird Bat Sheva mit früheren Arbeiten auf Tournee sein.

 

Der 13. Internationale Harfenwettbewerb

Der 13. internationale Harfenwettbewerb zeigt die Arbeit von israelischen Komponisten, einem israelischen Mitstreiter und neuen Kompositionen, aufgeführt vom IPO. Die israelische Harfinistin Julie Lang Bunzel tritt mit 44 Mitbewerbern aus 20 Ländern aus aller Welt zur Gala- Aufführung auf, die auch zu Ehren des 50. Jahrestages des Staates Israel stattfindet. Am 30. Januar startet der Wettbewerb mit einem festlichen Konzert in Jerusalem, zu dem alle bisherigen Preisgewinner zu einer Darbietung eingeladen sind. Der Wettbewerb ist ein blühendes Forum für neue Harfenkompositionen. Es wurde eine Sonate für eine Solo Harfe in Auftrag gegeben, geschrieben von Jan Freidlin, einen Neueinwanderer aus Rußland. Die drei Finalisten werden ein neues Konzert von Murray R. Schafer (Kanada) für Harfe und Orchester mit dem IPO spielen, dirigiert von Yoel Levy. Einige Harfinisten werden dieses Jahr neue Stücke von den israelischen Komponisten Lustig, Maayani und Natra spielen. Der Preis im Namen des Gründers des Wettbewerbes, A.Z. Propes, wird an den besten Interpreten dieser Arbeit vergeben.

 

Israeli im Finale im Bernstein Wettbewerb

Anfang Dezember hat der internationale Leonard Bernstein Wettbewerb für Komponisten sein drittes Jahr mit Auszeichnungstiteln für Ramon Lazkano aus Spanien und Pascal Dusapin aus Frankreich beendet. Ihre Kompositionen wurden bei dem Laureate Gala Konzert vom Jerusalemer Synphonie Orchester aufgeführt. Die drei anderen Finalisten waren Shinuh Lee aus Korea, Jose Luis Campana aus Argentinien und Gabriel Iranyi aus Israel.

 

Kibbutz Dance Company führt zum 5o. Geburtstag auf

Während einer Sonderveranstaltung zu Ehren des 5o. Jahrestages des Staates Israel und im Gedenken an David Ben Gurion führt die Bat Sheva Dance Company ihr Stück "Aide Memoire" Mitte Dezember in Frankreich auf. Die Veranstaltung wird in Anwesenheit des ehemaligen Ministerpräsidenten Shimon Perez stattfinden.

 

Eröffnung: Die Kunst des Holocaust

Michael Smuss begann erst vor 10 Jahren zu malen, aber als der 72jährige Künstler einmal begonnen hatte, flossen seine Erinnerungen. Smuss ist Holocaust-Überlebender und einer der wenigen überlebenden Kämpfer aus dem Warschauer Ghetto-Aufstand. Seine Bilder geben Augenzeugenberichte von vielen bekannten Szenen aus dem zweiten Weltkrieg, aber auch von vielen, die nicht so oft dargestellt wurden.

Smuss stellt seine lebendigen Erinnerungen in zerstörerischen Details dar. Seine Szenen sind realistisch, vermitteln aber auch Kommentare und manchmal kritische Anklage an die Gesellschaft, die die Massenvernichtung veranlaßt hat. Nach Jahrzehnten des Schweigens, währenddessen er kaum jemals seine Erfahrungen erwähnte, malt Smuss nun aus den dunkelsten Teilen seiner Erinnerung, wie z.B. in "Der Tag, als Gott abwesend war", "Zaun des Lebens" und "Mützen hoch". Alle Arbeiten erinnern an das Leben im KZ und Tod in lebendigen Farben und unwiderstehlichen menschlichen Figuren. Die schwierigen aber fesselnden Eindrücke sind in Yad Mordechai und Kibbutz Lochamei haGettaot gezeigt worden, sowie als Bildungsausstellung für die israelischen Soldaten. Europäisches Publikum, insbesondere das deutsche, hat tiefes Interesse an der Arbeit gezeigt und kürzlich haben deutsche Produzenten eine Dokumentation über sein Leben erstellt. Smuss' Werk soll am 21. Februar zum erstenmal im Tampa Bay Holocaust Memorial Museum gezeigt werden.

 

Preise

"Die Königin der roten Herzen", ist ein Film von Ron Tal und Autor Etgar Keret, der den ersten Preis beim italienischen Kurzfilm-Festival in Korto gewonnen hat. Er ist Teil der Serie "Kurzfilme der Liebe".

 

Studenten von Bezalel erhielten den ersten Preis in einem internationalen Wettbewerb für Gestaltung der Sarajevo-Universität in Bosnien. Sharon Karni, Yarom Azran und Giora Boss sind alle Studenten in der Abteilung für Architektur. Sie gestalteten den Gewinner-Plan, der nun als Grundlage für die tatsächliche zukünftige Universität dient.

 

Ronen Borshevsky gewann den dritten Preis im internationalen Musikwettbewerb für Dirigenten in Tokio. Er graduierte in der Rubin Academy und war ehemaliger Mit-Dirigent des Tel Aviver Symphonie Orchesters.

 

Internet Fiesta

Das Volk des Buches ist das Volk des Internet geworden

 

So deklariert Martin Kaminer die Triebkraft hinter der massiven Netz-Versammlung, die sich der jüdischen Seele, Geist und Magen im Internet verschrieben hat. Das Trio Kaminer, Journalist Yosef Abramawitz und Projekterfinderin Alisa Schwartz entwarf den Plan, die entferntesten Bestandteile des jüdischen Lebens seit der Übergabe der 10 Gebote auf dem Berg Sinai vor 3700 Jahren zusammenzubringen. "613 jüdische Seiten (eine interessante Parallele zu der Anzahl der "mitzwot" in der jüdischen Tradition) zeigen von Erziehung, Tradition, Religion über Politik und Kunst bis hin zu Literatur und Speisen alles auf. Lesungen und Rückblicke sind ebenfalls geplant. Preise sollen an Ende der Woche in einer on-line-Feier vergeben werden und ein Massengebet soll mit über 600000 erwarteten Teilnehmern gesprochen werden. Die Veranstaltung findet vom 22.-27. Februar statt. Zur Information siehe:

http://www.jww. org or getinvolved@jww.org

 

Aishet Hayil in Israel

32 Künstler und ein riesiges Aufgebot an Judaika, beginnend mit Wandbehängen bis hin zu Holzblöcken, ehren die Pionierin von Bezalel Julia Keiner Forchheim. Forchheim gründete 1936 die Handwebe-Abteilung der Bezalel Schule und die Ausstellung der Kunstwerke der Studenten der Yeshiva-Universität ist zu ihrem Gedenken gewidmet. Die Kunst zeigt Judaica in jeglicher Form und konzentriert sich auf das Thema der Aishet Hayil, der einzigen biblischen Hymne, die einer Frau gewidmet ist. Die Ausstellung ist in den letzten Monaten weit herumgekommen und wurde in Israel am 28. Dezember eröffnet.

 

TANZ

Vorhang auf - internationale Enthüllung zeigt israelische Choreographen

 

Das internationale "Modern Dance Festival" bei Suzanne Dellal im November war eine Feier der Kreativität und Originalität. Der Wettbewerb zeigte 30 verschiedene Vorführungen, 17 davon allein von israelischen Choreographen und Tänzern. Ido Tadmor stellte sein neuestes Werk "Uramus" vor, welches Individuen und Verhältnisse in seinem ihn kennzeichnenden schockierenden Stil darstellt. Idit Herman und Dmitri Tulpanor vom Clipa-Theater erfanden und führten "Das Mittelalter" auf, ein verlockendes Portrait von Verdacht, Aberglaube und Wiedergeburt mit einer komplexen Erzählung, die sich auf Gemälde von Hieronymus Bosch stützt. Ausgefeilte Requisiten und dramatische Bühnenbilder untermalen die Szenerie. Die "Al-Kuds Productions" zeigen "Kanal Al-Kuds", eine schnellfeuernde Parodie auf einen Jerusalemer Radiosender mit scharfer politischer Kritik, erdacht und aufgeführt von Mariano Weinstein und Emanuel Gat. Inbal Pinto, ein ehemaliger Tänzer der Bat Sheva Dance Company, dessen Stück im Metropolitan Museum in New York und in Habimah-Produktionen gezeigt wurde, führte ein kurzes witziges Duett auf. Barak Marshall's Gruppe bot ihre neueste Produktion "Emma Goldman's Hochzeit". Marshall und Pinto wurden daraufhin nach Lyon/Frankreich für September 98 eingeladen, um dort während der französischen Feierlichkeiten zu Israels 50. Jahrestag aufzutreten. Das Clipa-Theater wurde nach England für das Edinburgh-Festival im August eingeladen.

 

LITERATUR

Preis für die Übersetzung hebräischer Literatur vergeben

 

Das Institut für die Übersetzung der hebräischen Literatur hat den Übersetzungspreis '97 an Jakob Hessing vergeben. Er übersetzte das Buch "Der Weg zu den Katzen" von Yehoshua Kenaz ins Deutsche. Der Sonder-Übersetzungspreis ging an Refaat Fouda für seine arabische Übersetzung von "Mein Michael" von Amos Oz. Bewerbungen für den 1998er Preis werden bis zum 1. Januar 1998 entgegengenommen.

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© 1996 Botschaft des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland
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